Landtausch im Sandfelsen rückgängig gemacht

Erlenbach hat sich mit den Eigentümern geeinigt. Die Wohnüberbauung im Sandfelsen kommt Ende November an die Urne.

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Noch im August bezeichnete der Erlenbacher Gemeinderat das Hin und Her um den Landtausch im Sandfelsen als «höchst unerfreulich». Er sprach von einem «ernüchternden Ergebnis». Der Gemeinderat werde die «Verantwortlichkeiten und eine allfällige Haftbarkeit für dieses unverständliche Versäumnis» abklären, betonte er. Gestern, zwei Monate später, sind die Erlenbacher Behörden mit einer weiteren Mitteilung an die Öffentlichkeit gelangt. Bezüglich Verantwortlichkeit spricht die Gemeinde nur noch davon, dass «ein Schlussstrich gezogen werden konnte, ohne den Rechtsweg beschreiten zu müssen». Über die Details schweigt sich Gemeindeschreiber Hans Wyler beharrlich aus.

Gemeinde kommt günstig weg

Die beim Landtausch involvierten Parteien – die Gemeinde Erlenbach und die Familie Kiehm – hätten sich einvernehmlich auseinandergesetzt, heisst es weiter. Konkret: Den Steuerzahler wird das Fiasko gerade mal 54?000 Franken kosten. Damit ist die Gemeinde relativ glimpflich davongekommen, im Vergleich zu den projektierten Gesamtkosten für die Überbauung in der Höhe von 15,7 Millionen Franken. Das Stimmvolk wird am 28.?November definitiv über das Projekt Sandfelsen befinden.

Zu Unstimmigkeiten war es gekommen, weil die Gemeinde mit der Familie Kiehm einen Landtausch ausgehandelt hatte und von der Gemeindeversammlung am 30.??Juni absegnen liess. Dabei blieb unberücksichtigt, dass mehrere Projekte, darunter das Siegerprojekt «Salamander», auch ohne das zusätzliche Stück Land hätten verwirklicht werden können. Daraufhin setzte die Gemeinde alles daran, den Landtausch rückgängig zu machen. Im Sandfelsen sollen zwei Dutzend preisgünstige Wohnungen für den Mittelstand entstehen.

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Erstellt: 30.09.2010, 20:09 Uhr

Kommentar: Doppelt verbockt

Es ist verständlich, dass sich viele Erlenbacher gewundert haben, wie ihrer Verwaltung dieser Fehler unterlaufen konnte. Denn es ist ein peinlicher Fehler, der Geld kostet und Konsequenzen für das Wohnbauprojekt der Gemeinde hat. Aber auch ein peinlicher Fehler ist per se noch lange kein Skandal. Besser gesagt: Das Urteil darüber sollte den Erlenbacher Bürgern überlassen werden. Schliesslich sind sie die Arbeitgeber der Verwaltung und die Wähler der Gemeinderäte, und diese sind ihnen Rechenschaft schuldig. Daher ist es unverständlich, wenn die Verwaltung sich bedeckt hält und ihren Bürgern so das Recht auf ein informiertes Urteil verwehrt. Und es ist sogar anmassend, wenn sie meint, sie könne dieses Urteil selbst fällen. So macht man Böcke zu Gärtnern. Es ist zu hoffen, dass die Verantwortlichen dies rechtzeitig einsehen und aktiv Transparenz herstellen – bevor die Details via Stammtisch durchsickern.(Marius Huber)

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