Meilemer Schliifi fehlt Geld

Die Kunsteisbahn wird diesen Winter mangels zahlungskräftiger Sponsoren wahrscheinlich nicht mehr betrieben.

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Mit grossem Brimborium hatte der Verein Schliifi vor 10 Monaten den Meilemer Eispark eröffnet – ein temporäres, offenes Eisfeld direkt beim Hallenbad. Jetzt droht der Kunsteisbahn nach nur einer Saison bereits das Aus. Roberto Martullo, Initiant der Eisbahn und treibende Kraft hinter dem Projekt, machte kürzlich der «Zürichsee-Zeitung» gegenüber entsprechende Äusserungen. Der Grund für die finanzielle Misere: Mehrere Sponsoren seien abgesprungen, sie wollten den Eispark in Zukunft nicht mehr unterstützen. Um die Schliifi eine weitere Saison betreiben zu können, bräuchte es zusätzliche 60'000 bis 70'000 Franken in der Kasse.

Dennoch gibt Martullo nicht einfach auf. Seit Monaten ist er auf der Suche nach zahlungskräftigen Sponsoren. Dabei bemängelt er, dass es in Meilen und Umgebung zu wenig potenzielle Geldgeber gebe. Vor allem sei ein Mangel an finanzkräftigen Industrieunternehmen festzustellen, ergänzt der Präsident der Meilemer SVP. Seine Hoffnung, dass sich die Gemeinde am Projekt beteiligen würde, habe sich ebenfalls zerschlagen. Die Behörden streiten das ab. Man habe Martullo 5000 Franken in bar, Naturalleistungen in der Höhe von 20'000 Franken und den Verzicht auf Gebühren zugesichert, heisst es seitens der Gemeinde.

Eigentlich ein grosser Erfolg

Der Schwiegersohn von Christoph Blocher hofft weiterhin auf ein Wunder in Form eines grosszügigen Sponsors. Für einen solchen würde er vieles machen, sagte Roberto Martullo gegenüber der ZSZ. «Wir würden auf Wunsch sogar dessen Namen quer über das Eisfeld schreiben.» Und das ist immerhin 600 Quadratmeter gross. Die Meilemer Schliifi hatte sich vergangene Wintersaison trotz anfänglicher technischer Schwierigkeiten als voller Erfolg erwiesen. Dies trotz direkter Konkurrenz im Nachbardorf Uetikon. Der dortige Eispark geht bereits in seine vierte Saison. Vergangenen Winter existierten beide Eisbahnen als Konkurrenten nebeneinander, ohne sich gegenseitig das Wasser abzugraben. Christiane Lanz, Präsidentin des Eisparks Uetikon, bedauert das voraussichtliche Ende des Meilemer Konkurrenzunternehmens: «Ich weiss, wie viel Herzblut und Arbeit dahintersteckt.»

Nächste Woche soll sich entscheiden, wie und ob es mit der Meilemer Schliifi weitergehen soll. Roberto Martullo schliesst nicht aus, dass es im Winter 2011 wieder ein Eisfeld in Meilen geben wird, auch wenn es für die kommende Wintersaison wegen der derzeitigen finanziellen Misere wahrscheinlich nicht mehr reichen werde.

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Erstellt: 24.09.2010, 20:22 Uhr

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