Neue Endstation für den Müll

In Lufingen entsteht derzeit die Deponie Häuli. Die zugelieferte Schlacke bedeutet für die Unterländer Altlasten von morgen.

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Von Florian Schaer

Lufingen/Embrach &endash Die Firma DHZ AG, eine Tochtergesellschaft der Eberhard Holding AG, realisiert an der Deponiestrasse 1 westlich der alten Deponie Leigrueb eine neue Deponie.

Auf Einladung von Bülachs Alt-Stadtpräsident Jakob Menzi hat sich gestern ein gutes Dutzend Altstadträte angeschaut, wo die Abfallschlacke, die Inert- und die Reststoffe von heute die nächsten Dekaden über eingelagert werden. «Unsere Pläne gehen davon aus, dass es 40 Jahre dauert, bis die neue Deponie voll ist», sagte Stefan Eberhard. «Je nach Nachfrage kann es aber auch 20 oder 50 Jahre dauern.»

Gestern waren Spezialisten daran, entlang der mächtigen Deponiewände eine 15 Zentimeter starke Schicht aus Asphalt aufzutragen &endash die Hauptabdichtung. Dazu mussten sich die Baumaschinen, an Drahtseilen gesichert, der Wand mit 33 Grad Schräge entlangbewegen. Über die Asphaltschicht kommen später die Leitungen für die Drainage des Sickerwassers. «Die eingelagerten Stoffe werden durch den Regen über die Jahrzehnte ausgeschwemmt; das belastete Wasser wird jeweils über diese Leitungen unterirdisch in die Kläranlage abgeführt», sagt Eberhard. Gegenüber der Häuli-Wanne, bereits auf Embracher Boden, soll später eine neue Halle für die Aufbereitung der Schlacke entstehen. Würden die Eidgenossen ihren Abfall immer trennen, hätte man in dieser Halle weniger zu tun: «Wir kontrollieren alle Materialien, die hier angeliefert werden», sagt Eberhard. Je nach Inhalt müssten die zu deponierenden Stoffe erst von Metallen und Nichteisenmetallen wie Alu oder Kupfer befreit werden. Just bei dieser Drainage fischen Eberhards Mannen «Grümpel» aus der Schlacke, der die Öfen der Kehrichtverbrennung Hagenholz praktisch schadlos überstanden hat &endash und gerade deshalb nicht in den Hauskehricht gehört hätte. «Da kommen Pfannen, Besteck und ganze Velorahmen zum Vorschein», sagt Eberhard. Erst nach dieser allfällig nötigen Aufbereitung wird die Ladung in die Deponiewanne gefahren, plattgewalzt, und gilt damit als deponiert. Derzeit geschieht das weiter östlich, im laufenden Betrieb der alten Deponie. Diese soll im nächsten Jahr ganz voll sein. Bereits wird das Gebiet Leigrueb zugeschüttet und renaturiert. Bald sollen über den Altlasten von gestern Frösche quaken und seltene Amphibien wachsen.

Bis etwa im Jahr 2050 soll dann auch die neue Deponie Häuli bis obenhin gefüllt, komplett zugeschüttet und das Terrain renaturiert und ans Landschaftsbild angepasst sein. Dann wird das Fleckchen Lufingen schliesslich wieder der Landwirtschaft zurückgegeben.

In dieser neuen Deponie sollen die Altlasten von heute ruhen. Foto: Sibylle Meier

Erstellt: 01.11.2011, 06:23 Uhr

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