Nicole Brändli tritt ab

Der Radsport verliert eine schillernde Figur. Nicole Brändli aus der Au steigt endgültig vom Sattel. Sie hat grosse Erfolge gefeiert - und nicht selten polarisiert.

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Sie sträubte sich lange dagegen, einen endgültigen Entscheid zu fällen. Nun hat Nicole Brändli aus der Au (Wädenswil) ihren Abschied verkündet. «Ich werde in der kommenden Saison nicht mehr starten», schreibt die Radfahrerin auf ihrer Homepage. Sie brauche nach über zehn Jahren Spitzensport Zeit, um sich Gedanken über ihre Zukunft zu machen.

Das lange Hin und Her hat also ein Ende. Seit Jahren sprach die 30-Jährige davon, dass nach der Heim-WM in Mendrisio Ende September 2009 Schluss sei. Kurz vor ihrem Start an den Titelkämpfen im Tessin krebste Brändli jedoch zurück. «Der Rücktritt ist noch nicht in Stein gemeisselt», hiess es plötzlich.

Medaillen und Skandale

Es vergingen Wochen. Monate. Brändli, deren Bigla-Cycling-Team sich Ende letzter Saison auflöste, nachdem sich der Hauptsponsor zurückgezogen hatte, setzte sich eine Frist bis Februar - und verwies auf ihre Erfahrung, dank der sie problemlos später in die Saisonvorbereitung einsteigen könne. Lange Ausfahrten und die Suche nach einem neuen Team bleiben ihr jetzt erspart.

Brändli muss niemandem mehr etwas beweisen. Ihre Erfolge (siehe Box) sprechen für sich. Der Name Brändli steht aber nicht nur für Siege und Medaillen, sondern auch für Skandale. Unvergessen bleibt die WM 2006 in Salzburg, als sich drei Schweizerinnen 700 Meter vor dem Ziel in der Spitzengruppe befanden, sich aber gegenseitig nicht unterstützten und das Podest verpassten. Brändli war während des Rennens nicht per Funk mit Nationaltrainer Hans Traxel verbunden, sie hatte das Gerät mit dem ihres Trainers, Ex-Profi Felice Puttini, getauscht.

Auch das ist Nicole Brändli. Eigensinnig. Und ehrgeizig. Knapp einen Monat nach ihrer Beckenoperation im Juni letzten Jahres fuhr sie am Giro d’Italia überraschend auf Rang 3. Es war ihr letzter grosser Erfolg. In Mendrisio, ihrem Abschiedsrennen, wurde sie Achte. Die lang ersehnte WM-Goldmedaille wird Brändli nicht mehr holen. Es sei denn, sie überlegt es sich irgendwann doch wieder anders. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.03.2010, 02:02 Uhr

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