Ohne Stadion keine Wohnsiedlung

Neben der Fussballarena auf dem Hardturm soll ein Komplex mit über 150 Wohnungen entstehen. Gebaut werden kann dieser nur, wenn die Stadtzürcher am 22. September zu beidem Ja sagen.

500 Kinder, Frauen und Männer sollen hier dereinst wohnen: Die geplante Siedlung neben der neuen Fussballarena. Visualisierung: Bob Gysin + Partner BGP

500 Kinder, Frauen und Männer sollen hier dereinst wohnen: Die geplante Siedlung neben der neuen Fussballarena. Visualisierung: Bob Gysin + Partner BGP Bild: Visualisierung: Bob Gysin + Partner BGP

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Über das Fussballstadion, das 216 Millionen Franken kosten würde, wird in der Stadt Zürich heftig gestritten. Kaum zu reden dagegen gibt die Siedlung mit 154 Wohnungen, die gleich neben der Fussballarena entstehen soll, obwohl auch sie 103 Millionen Franken kosten wird. Darum hat ein eiligst gegründetes überparteiliches Komitee für die Abstimmung vom 22. September gestern dafür geworben. Und dabei von der Brache auf dem Hardturm 500 Ballone mit lachenden Gesichtern in den Himmel steigen lassen – als Symbol für die 500 Kinder, Frauen und Männer, die ab Sommer 2017 in der Siedlung wohnen sollen. Gebaut werden kann die Siedlung aber nur, wenn die Stadtzürcher Stimmbürger Ja sagen zu Stadion und Wohnsiedlung.

Günstiges Land dank Stadion

Stadtrat André Odermatt (SP) sagte gestern, die geplanten 154 neuen gemeinnützigen Wohnungen seien genau solche, die das Zürcher Stimmvolk mit grosser Mehrheit einfordere. Bei anderen Stadien subventioniere die Mantelnutzung direkt den Fussballbetrieb. «Unsere Mantelnutzung in Zürich hingegen ist nicht als Cashcow für die Spitzenclubs konzipiert, sondern ein Mehrwert für die Gesellschaft: kostengünstige 2½- bis 6½-Zimmer-Wohnungen, Läden, Doppelkindergärten, Gewerberäume und Ateliers.» Die Wohnungen könnten nur deshalb so günstig erstellt werden, weil die CS das Land derart günstig an die Stadt verkauft habe – mit der Bedingung aber, darauf ein Fussball- stadion zu erstellen.

CVP-Stadt-Präsident und Gemeinderat Markus Hungerbühler sagte, dass 42 Wohnungen an die städtische Stiftung für kinderreiche Familien übertragen würden, insgesamt würden 250 Kinder ein neues Zuhause in Zürich-West erhalten. Und gerade solche Familien hätten es heute immer schwieriger, bezahlbaren Wohnraum zu finden. «Dabei sind diese Familien für die soziale und wirtschaftliche Einwicklung der Stadt Zürich entscheidend.»

SP-Gemeinderätin Gabriela Rothenfluh sagte, mit der Wohnsiedlung entstehe ein Mehrwert für das Quartier. «Dank der Erdgeschossnutzung durch das Kleingewerbe auf der Seite zum Stadion hin wird der Stadionplatz auch an Tagen belebt sein, an denen im Stadion nicht gespielt wird.» Das Quartier könne den Platz unterschiedlich nutzen, er lade auch zum Verweilen ein. SP und CVP sagen Ja, SVP Nein

Wie günstig die Mietzinse tatsächlich sein werden, steht in der Abstimmungszeitung: Eine 2½-Zimmer-Wohnung wird 1160 Franken (subventioniert) oder 1450 Franken (nicht subventioniert) kosten, eine 5½-Zimmer-Wohnung zwischen 1680 Franken (subventioniert) und 2220 Franken (nicht subventioniert). Für die 154 Wohnungen sollen 126 Abstellplätze für Autos und 488 für Fahrräder gebaut werden.

Ja zu Stadion und Siedlung sagen die SP und die CVP, die SVP sagt Ja zum Stadion, aber Nein zur Siedlung. GLP und FDP empfehlen aus Konsequenz zu ihrem Nein zum Stadion auch ein Nein zur Siedlung. Die EVP dagegen protestiert gegen die Verknüpfung der beiden Vorlagen und sagt Nein zum Stadion, aber Ja zur Wohnsiedlung.

Erstellt: 03.09.2013, 10:12 Uhr

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