Rita Fuhrer will den Flugplatz betreiben

In Dübendorf plant der Bundesrat weiterhin zivile Fliegerei. Bereits liegt ein Antrag für den Betrieb vor.

Künftiges Kompetenzzentrum für Rettungskräfte: Flugplatz in Dübendorf. (Archivbild)

Künftiges Kompetenzzentrum für Rettungskräfte: Flugplatz in Dübendorf. (Archivbild) Bild: Keystone

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Der Bundesrat hält an einer aviatischen Nutzung des Militärflugplatzes Dübendorf fest. Diesen Entscheid hat er gestern überraschend kommuniziert. Dazu sucht er einen neuen, privaten Betreiber. Gleichzeitig mit dem Entscheid wurden erste Interessenten für den Betrieb ab 2015 bekannt. Ein Antrag liegt bereits auf dem Schreibtisch des zuständigen Bundesrats Ueli Maurer: jener der Stiftung Museum und historisches Material der schweizerischen Luftwaffe.

Unterschrieben hat das Gesuch Alt-Regierungsrätin Rita Fuhrer als Stiftungsratspräsidentin. Zur Stiftung gehören das Dübendorfer Air Force Center und die Ju-Air, die Kurt Waldmeier führt. Gemeinsam mit Fuhrer hat er die Bewerbung ausgearbeitet. «Aufgrund der Erfahrung und des Know-how des Air Force Center ist die Stiftung die geeignetste, am Ort kompetenteste und erfahrenste Partnerin für den Betrieb des Flugplatzes Dübendorf», schreiben sie.

Basis für Rettungskräfte

Waldmeier sei es gelungen, zivile Betriebe in Dübendorf anzusiedeln – auch im Bereich Aviatik. So ist der Helikopter der Kantonspolizei Zürich in Dübendorf stationiert. Er hat zudem die Idee lanciert, während des World Economic Forum (WEF) den Flug- als Parkplatz für Privatjets zu nutzen. Das Air Force Center war dabei für Unterhalt und Sicherheit der Flugzeuge verantwortlich.

Neben dem Betrieb möchte Waldmeier den Flugplatz Dübendorf zum Kompetenzzentrum für Rettungskräfte ausbauen. Der Unternehmer will die Rettungsflugwacht, Sanität und Feuerwehr sowie die Air Ambulance des TCS für das Projekt gewinnen. Die Stiftung plant die Gründung einer neuen Betriebsgesellschaft. Diese soll gegenüber der Arma-suisse, dem Bundesamt für Zivilluftfahrt und Dritten als Ansprechpartnerin auftreten und den Betrieb verantworten.

Privatjets und Hightechfirmen

Neben der Stiftung ist bereits der Luftfahrtverband Aerosuisse in die Planung der künftigen Nutzung in Dübendorf ­involviert – mit einigen finanzstarken Firmen im Hintergrund. Der Entscheid des Bundesrats sei erwartet worden, heisst es bei Aerosuisse. «Es zeichnete sich ab, dass das VBS Dübendorf als ­Reserve bewahren will», sagt Vizepräsident Dieter Neupert. Deshalb habe man letztes Jahr einen Businessplan für eine zivile Mitbenutzung des Flugplatzes ausgearbeitet und beim Bund eingespeist. Ziel sei, dass Dübendorf zum Zentrum für Business-Fliegerei, Hightechfirmen und Organisationen wie die Rega werde – und dass der Flugplatz gemeinsam ­betrieben werde. Darüber würden auch mit Kurt Waldmeier Gespräche geführt.

Zu den interessierten Firmen gehören laut Neupert Privatjet-Anbieter wie Jet Aviation oder Execujet, aber auch die Ruag, die mit der Wartung von ­Geschäftsfliegern immer mehr Geld ­verdient, oder die Pilatus-Flugzeugwerke, die einen eigenen Businessjet entwickeln. Zum Teil seien die Firmen bereits vor Ort, etwa Bertrand Piccard mit seiner Solar Impulse.

Erstellt: 01.03.2013, 06:47 Uhr

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