Romy Bühler in den Spuren der Europameisterin

Nach einem Formtief im Herbst und einem Klubwechsel wird die Gockhauserin neu von Evi Fehr betreut. In Basel steht sie vor ihrem ersten Meistertitel.

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Von Monica Schneider

Von einer Fasnachtsidee zur Adventsveranstaltung: Erstmals seit fast 40 Jahren finden in Basel wieder nationale Eiskunstlauf-Meisterschaften statt. Daniel Höner, der Bruder des heutigen Art-on-Ice-Veranstalters Oliver Höner, sowie Karin Iten, die vor eineinhalb Jahren verstorbene Winterthurerin, gewannen 1973 auf der Margarethen-Kunsteisbahn die Schweizer-Meister-Titel. Ein offenes Eisfeld, wie es damals üblich war, genügt heute den Anforderungen für Meisterschaften nicht mehr. Seit 2002 besitzt Basel mit der St.-Jakobs-Arena jedoch ein schmuckes Stadion und der Eislaufclub beider Basel seit 2006 mit Thomas Rajman einen initiativen Präsidenten, der an der Fasnacht die Idee eines solchen Anlasses aufbrachte. Mit den Kurzprogrammen in allen Sparten hat er gestern begonnen (siehe Resultate rechts), die Entscheidungen fallen heute.

Nach den Rücktritten von Europameisterin Sarah Meier (27) und Schweizer Meisterin Bettina Heim (22) scheint die Bahn, abgesehen von der routinierten und mit viel Ausdruck laufenden Myriam Leuenberger (Zürich-Oerlikon), frei für eine jüngere Generation. Leuenberger ist bereits 24 und auf dem Weg zu einem EM-Startplatz die grösste Herausforderin von Romy Bühler (17) und Tina Stürzinger (15). Bleiben diese beiden gesund, verkörpern die Zürcherinnen wohl die Zukunft bei den Schweizer Läuferinnen.

Sie sind sehr unterschiedlich in die Saison gestartet: Während die 15-jährige Tina Stürzinger vom Eislaufclub Zürich-Oerlikon bei ihren beiden Starts an den Junioren-GP mit einem 10. Rang in Riga und einem 12. Platz in Innsbruck glänzte, verliefen die Auftritte Romy Bühlers eher mühevoll. Sie wurde in Danzig zwar auch 12., in Mailand aber nur 17., mit ihren Punktzahlen enttäuschte sie sich selber am meisten.

Von Küsnacht nach Winterthur

Die Gockhauserin, die an der EM in Bern im grossen Schatten Sarah Meiers gestanden hatte und dennoch gute 16. geworden war, hat aus dem Formtief im Herbst die Konsequenzen gezogen. Sie hat die rund achtjährige Zusammenarbeit mit ihrer Trainerin Linda van Troyen in Küsnacht beendet und zum Eislaufclub Winterthur gewechselt.

Zufall ist das nicht. Denn ihrem neuen Trainerteam gehört auch Evi Fehr an, die Sarah Meier während ihrer ganzen Karriere betreute und letztlich noch zum Grosserfolg führte. «Romy Bühler fragte mich im Herbst an, ich unterhielt mich noch mit ihrer Sportpsychologin und sagte ihr schliesslich zu», erzählt Fehr. Zur Bedingung machte sie, dass Bühler auch mit den einstigen Eiskunstläufern Nicole Brüngger-Skoda und Patrick Meier trainiert, «wir sind ein Team, und darin bin ich ihre Bezugsperson», sagt Fehr. Ein Wechsel fast mitten in der Saison sei schwierig, denn die ersten Wettkämpfe habe Bühler noch mit Linda van Troyen bestritten.

Mit Spannung hat man den Wechsel einer der hoffnungsvollsten Schweizer Läuferinnen beim Verband verfolgt – und war äusserst überrascht. «Jetzt ist es wieder ein Vergnügen, ihr zuzuschauen», sagt Leistungssportchefin Rahel Schmid, «sie sprüht wieder vor Esprit und Freude.» Ähnlich hat das Fehr erlebt, «obwohl ich erst daran bin, Romy richtig kennen zu lernen». Aber auch sie hat festgestellt, dass die Freude zurückgekehrt ist und dass Bühler keine Angst mehr hat vor ihren Programmen. «In einer ersten Phase geht es darum, ihr angeschlagenes Selbstvertrauen wiederherzustellen», sagt Fehr. Wettkampfmässig hat Bühler schon angedeutet, dass sie auf gutem Weg zurück zur alten Form ist. An einem Wettkampf der Elite in Brasov (Rum) belegte sie Rang 6 von 23 Teilnehmerinnen.

Bühler mit deutlicher Führung

Bühler, die Sarah Meier in Sachen Fleiss und Pflichtbewusstsein in nichts nachsteht, hat mittelfristig das Potenzial, in die Top Ten in Europa zu laufen. Wenn sie den dreifachen Lutz auch im Wettkampf steht. Und wenn sie auch beim Rittberger noch zulegt. Der Auftakt zu den nationalen Meisterschaften ist ihr gestern hervorragend geglückt: Sie zeigte im ersten Wettkampfteil einen fehlerfreien Auftritt, und auch künstlerisch imponierte die letztjährige Zweite. Einzig Myriam Leuenberger hielt einigermassen mit ihr mit. Der Rückstand der Zürcher Unterländerin beträgt allerdings schon 4,03 Punkte. Sie werden Gold und Silber wohl unter sich ausmachen, und sie werden dann wohl an der EM in Sheffield antreten (siehe Box).

Vier Punkte Vorsprung vor der heutigen Kür: Romy Bühler. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Erstellt: 13.12.2011, 06:29 Uhr

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