Sechs Tipps, wie Wanderer sicher an den Kühen vorbeikommen

Mulmiges Gefühl beim Durchqueren von Kuhweiden? Wir zeigen, was Wanderer beachten sollten, wenn sie Kühen, Kälbern und Stieren begegnen.

Bleibt sie friedlich oder ist ihr Beschützerinstinkt geweckt? Eine Mutterkuh beobachtet die Wanderer genau. (6. August 2008)

Bleibt sie friedlich oder ist ihr Beschützerinstinkt geweckt? Eine Mutterkuh beobachtet die Wanderer genau. (6. August 2008) Bild: Arno Balzarini/Keystone

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Wer wandert, durchquert immer mal wieder eine Kuhweide. Nicht nur in den Bergen, auch im Kanton Zürich im Tösstal, beim Hörnli oder Schnebelhorn. Auf Weiden kommt es immer wieder zu gefährlichen Begegnungen zwischen Mensch und Tier. Wanderer werden gejagt, verletzt, in Österreich starb kürzlich eine Frau nach einer Kuhattacke. Sechs Tipps zeigen, wie man eine Herde so sicher wie möglich passiert:

Unterwegs mit Hund: Wer eine Kuhweide betritt, sollte den Hund straff anleinen. Und die Kühe so grossräumig wie möglich und auf jeden Fall zügig umgehen.

Hund springt den Kühen nach: Wer verpasst, den Hund anzuleinen, geht ein Risiko ein. Rennt er auf die Herde zu, vielleicht bellend, weckt er den Beschützerinstinkt der Tiere. Sie halten ihn für einen Wolf, der die Kälber bedroht. Sie wollen ihn wegjagen, schnauben, rennen ihm nach. «Jetzt kommt das Problem», sagt Andreas Wälle, Betriebsleiter auf dem Bauernhof des bekannten Kuhexperten Martin Ott. «Der Hund hat Angst, versteckt sich hinter seinem Besitzer und dieser sieht sich mit der Kuh konfrontiert.» Eine Begegnung zwischen Mensch und aufgeregter Kuh kann sehr gefährlich sein. Jüngst starb eine Frau, sie war von Kühen und Kälbern angefallen worden. Am besten wäre es bei einer bedrohlichen Begegnung, den Hund wegzujagen, damit die Kuh ihn verfolgt. Der Hund ist meist schneller als die Kuh, und man selbst erreicht das Ende der Weide hoffentlich unbemerkt.

Unterwegs mit oder ohne Hund, angeleint oder nicht: Mutterkühe, die mit ihren Kälbern und allenfalls mit Stieren auf der Weide stehen, sind sehr aufmerksam. Sie beschützen die Familie. Auch wenn man den Hund anleint und zügig vorbeigeht, kann die Herde nervös werden. Meist wird ein Angriff von einem Tier ausgelöst. Bemerkt man, dass sich die Herde in Bewegung setzt, nützt es manchmal auch, sich weiter zu entfernen. Schafft man mehr Distanz zur Herde, beruhigen sich die Tiere allenfalls. So oder so sollte man so nah wie möglich beim Zaun gehen, um auf die andere Seite schlüpfen zu können – und immer den Fluchtweg im Blick haben.

Unterwegs ohne Hund in einer Weide mit Stier: Ein Wanderer kann im Stier eine schlechte Erinnerung auslösen – nämlich daran, dass er einst von einem Menschen von einer Kuh getrennt worden ist. Dann könnte er den Wanderer wegjagen wollen. Ist ein Stier auf der Weide, sollte man nie direkt auf ihn zugehen, Blickkontakt meiden, ihn aber doch aus den Augenwinkeln beobachten und hoffen, dass er friedlich bleibt.

Egal, wie man sich verhält, die Kuh rennt auf einen zu: Falls der Fluchtweg weit weg ist, der Zaun unerreichbar und der Hund hinter einem steht und sich nicht vom Fleck rührt, kann man nur noch eines probieren: Der Kuh Angst einjagen. Am besten wird man laut, bäumt sich auf, fuchtelt mit einem Stock – bis das Tier verwirrt innehält. Im besten Fall dreht es um. Dann öffnet sich ein Zeitfenster für die Flucht.

Unterwegs auf einem Bike: Kühe erschrecken sich oft vor Bikern. Sie können das fahrende Ungetüm nicht gleich einordnen und versuchen meist zu fliehen. Falls unter der Herde Panik ausbricht, sie vielleicht sogar in ein Tobel stürzen oder sich verrennen, kann das für die Tiere böse enden. Deshalb sollten sich Biker einer Herde stets sehr langsam nähern, allenfalls absteigen – auf keinen Fall sollten sie auf die Kuhherde zurasen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 06.08.2014, 15:41 Uhr

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