So locker und so glamourös wie noch nie

Am Samstagabend trafen sich die Schönen, Reichen und Wichtigen Zürichs im Opernhaus zum rauschenden Ball.

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Lockerer, frischer und jugendlicher sollte der Opernball unter dem neuen Intendanten Andreas Homoki werden. Und Homoki, seit 2012 im Amt, hat seine Vorstellung erfolgreich umgesetzt. Das bescheinigen ihm regelmässige Ballgänger. Auch die Jugend zieht mit: Selten sah man so viele eben erst erwachsen gewordene Ballgänger wie gestern – und die Jeunesse dorée Zürichs amüsierte sich offenkundig köstlich.

Der Opernball ist aber nicht nur frischer geworden. Er ist hat auch an Glamour gewonnen. Allerdings: Dafür kann Homoki nichts. Es ist auch nicht so, dass die Gästeschar illustrer geworden wäre, dass viel mehr Prominente am Ball gewesen wären. Es ist vielmehr das Haus selber, oder besser gesagt, der grosszügige neue Sechseläutenplatz, der dem Ereignis ein mondänes und glamouröses Flair verleiht. Noch letztes Jahr führte der rote Teppich zum Eingang einer Baustelle entlang, früher ging es über einen Parkplatz. Jetzt öffnete sich der Blick auf einen weiten Platz im Abendlicht, auf Uetliberg und See. Dutzende Zuschauerinnen und Zuschauer säumten den roten Teppich, über den die Gäste ins Opernhaus schritten – etliche im Blitzlichtgewitter der Pressefotografen.

«Zürich wird schöner und schöner»

Das liessen sich die meisten Ballbesucher gern gefallen. Der rote Teppich sei ein Zeichen der Wertschätzung für die Gäste, fand Nadja Schildknecht, die Geschäftsführerin des Zurich Film Festival. «Herrlich», schwärmte Society-Lady Dianne Brill, «das fühlt sich an wie in New York!» Bauunternehmer Walter Beller und Ehefrau Irina, die standesgemäss mit der Stretchlimousine direkt an die Teppichkante vorgefahren waren, schlossen sich dem an: «Zürich wird schöner und schöner!» Wie man schön wird, weiss Beller auch von seiner Frau, die freimütig in ein Fernsehmikrophon ausplauderte, sie trage unter ihrem hautengen, glitzernden Kleid weder Unterhose noch Büstehalter. Er finde das gut, sagte der Gatte: «Ihre Brüste halten auch so.»

Verblüfft über die vielen Zuschauer zeigte sich Stadtrat André Odermatt, der an der Seite von Stadtpräsidentin Corine Mauch über den Teppich schritt. «Seit wann ist das so?» habe er sie gefragt, erzählte Mauch lachend. Worauf sie schlagfertig zurückgab: «Seit es am Opernball schönes Wetter ist.» Beide waren sich einig, dass sich der Umbau des Sechseläutenplatzes gelohnt habe: «Er ist wirklich wunderbar geworden.»

Sängerin Nubya hingegen hätte auf das Schaulaufen verzichten können: «Es war schön, aber auch ein bisschen irritierend.» Tatsächlich auf den Teppich verzichtet haben der ehemalige Justizdirektor und heutige Opernhaus-Verwaltungsratspräsident Markus Notter und seine Frau Esther Arnet, wie Notter dem TA lachend gestand: «Wir sind ein bisschen verspätet neben dem Teppich durch hineingeschlichen.» Das war dem Paar ganz recht.

Mauch und Odermatt schwungvoll wie nie

Mauch und Odermatt waren übrigens schon das zweite Mal gemeinsam am Opernball. «Meine Frau ist keine Ballgängerin», sagte Mauch, «und so ist der Opernball so etwas wie unser Ausgang geworden.» Die beiden genossen den Anlass sichtlich, sie bildeten eins der schwungvollsten Paare auf dem Tanzparkett. So locker, ja ausgelassen sieht man Politiker selten.

Nicht nach Tanz und Ausgelassenheit zumute war es einem anderen Politiker: Justizdirektor und Notter-Nachfolger Martin Graf, der wegen der Geschichte um den straffälligen Jugendlichen Carlos massiv unter Druck geraten ist. Graf stand zwar auf der Gästeliste, kam aber nicht.

Erstellt: 09.03.2014, 16:13 Uhr

Synchron: Tanz der Debütanten am Opernball. (Video: Dieter Seeger / TA)

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