So wird die Erdbeer-Ernte zum Erlebnis

Sie sind rot, säuerlich bis sehr süss und schmecken bei schönem Wetter besonders gut. Jetzt sind die Erdbeeren reif, und vielerorts kann man sie auf dem Feld selber pflücken.

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Von Simona Werder

Elvira, Ines, Jana oder Anna: Das sind nicht die Anwärterinnen auf irgendeinen Miss-Titel – zum Anbeissen sind sie trotzdem. Denn so heissen die Erdbeersorten, die auf den Feldern von Hansheinrich Wolfensberger in Pfäffikon selber gepflückt werden dürfen.

«Die Erdbeeren im Sack zu transportieren, ist nicht so gut. Dann sind sie schon zerdrückt, bis sie zu Hause ankommen», mahnt Wolfensberger eine Kundin, die gerade ihre Ernte auf die Waage gelegt hat. Bereits vor rund zwei Wochen hat die Erdbeerernte auf dem Feld zwischen Pfäffikersee und Bahnlinie angefangen. «Dieses Jahr sind die Erdbeeren drei bis vier Wochen früher reif als in einem Durchschnittsjahr», sagt der Bauer. Normalerweise kann erst im Juni geerntet werden. «Das warme, trockene Wetter bekommt den Erdbeeren gut.» Diese Woche wird auf seinem Feld noch Hochbetrieb herrschen, danach nimmt die Beerenflut und damit die Zahl der Kunden wieder ab. Das Prinzip der Selbstbedienung hat sich bei ihm bewährt, auch wenn es bei Regenwetter problematisch ist, weil dann die Kundschaft ausbleibt und die Früchte verfaulen. «Ich ernte dann selber, damit nicht alles kaputtgeht», sagt Wolfensberger.

Auch die Schlechten nehmen

Damit auch die nachfolgenden Kunden noch schöne Beeren ernten können, gilt es, beim Pflücken einige Regeln einzuhalten. So sollen die Kunden nicht etwa nur die schönen Erdbeeren abnehmen, sondern auch die verfaulten, weil diese sonst innert kürzester Zeit andere Beeren mit der Fäulnis anstecken. Die Faulen werden entsorgt, sie müssen nicht bezahlt werden. Auch sollen Kunden nicht über die Pflanzreihen hinwegsteigen, sagt Wolfensberger, weil so bald reife Beeren zerquetscht am Boden liegen bleiben.

Doch hält sich die Kundschaft auch daran? «Etwa jeder Zweite nimmt auch die faulen Beeren weg. Das mit den Reihen ist etwas schwieriger. Wenn jede Reihe besetzt ist, halten sich alle daran, weil sonst derjenige aus der Nachbarreihe reklamiert», sagt der Erdbeerzüchter. An diesem Morgen waren innert knapp zweier Stunden bereits über 50 Erntefreudige da. Kurz vor elf Uhr spaziert eine Schulklasse aufs Feld. «Die hat sich angemeldet. Ich habe jedes Jahr ein paar Schulklassen zu Besuch», sagt der Beerenzüchter und erklärt dann den Schülern die Botanik. Mit Erdbeeren befasst er sich seit den Siebzigerjahren – seit 1987 betreibt er seine eigenen Felder in Ottikon und gepachtete in Pfäffikon.Die heutige Gartenerdbeere wurde aus zwei amerikanischen Sorten gezüchtet. 20 Erdbeersorten sind auf dem 18 000 Pflanzen starken Feld von Wolfensberger vertreten. Dabei riecht und schmeckt jede anders, wie sich bei einer Degustation herausstellt. Jana hat ein ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis. Anna ist dunkelrot und muss lange reifen, bis sie süss ist. Neben den klingenden Frauennamen gibt es auch die Sorte Wädenswil 6, die wie Walderdbeeren schmeckt, oder die Sorte Mars, von welcher Wolfensberger am meisten hat. «Die kommen sehr gut hier, aber sie brauchen jedes Jahr frische Erde, deshalb bepflanze ich jedes Jahr ein anderes Feld.»

Pfäffikon/Gossau: Hansheinrich Wolfensberger, 044 950 57 51; Fehraltorf: Hanspeter Bachofen (Erdbeeren), 078 683 39 57;Seegräben: Jucker Farmart (Erdbeeren, Kirschen, Blaubeeren, Brombeeren), 044 934 34 88; Wangen bei Dübendorf: Esther und Fritz Vollenweider (Erdbeeren, Johannisbeeren, Himbeeren, Erbsen, Kefen, Knackerbsen, Buschbohnen, Stangenbohnen), 044 833 21 28;Tagelswangen: Spiegelhof, Ueli Schmid (Erdbeeren, Zwetschgen), nur kleine Ernten; Sternenberg: Wald-Ranch, Willi Furrer (Himbeeren), nur kleine Ernten möglich. (svw)

Erstellt: 31.05.2011, 01:28 Uhr

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