Steueramnestie sorgt für Geldsegen

1000 Steuersünder haben sich 2011 im Kanton Zürich angezeigt. Dies brachte manchen Gemeinden im Bezirk Horgen hohe Nachsteuern ein.

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Von Elio Stamm und Philipp Kleiser

Schon zum zweiten Mal kommen einige Gemeinden im Bezirk Horgen zu einem unverhofften Geldsegen. Wer Steuern hinterzogen hat, kann sich seit Anfang 2010 beim kantonalen Steueramt selbst anzeigen und bleibt straffrei. Nachdem der Kanton die Fälle bearbeitet hat, überweist er den Gemeinden das ihnen zustehende Geld.

Das poliert die Jahresrechnungen zuweilen kräftig auf. 7,3 Millionen Franken spülte es etwa der Gemeinde Langnau 2010 in die Gemeindekasse. Im ganzen Kanton wurden 60 Millionen Franken an Nachsteuererträgen aus Selbstanzeigen an Kanton und Gemeinden überwiesen.Zahlen für die einzelnen Gemeinden werden nicht bekannt gegeben. Doch eine Umfrage zeigt: Am meisten profitiert hat Horgen. 700 000 Franken nimmt die Gemeinde 2011 vom Kanton an Nach- und Strafsteuern ein. Diese Einnahmen stammen nicht nur von Selbstanzeigen, sondern auch von Steuersündern, deren Schwarzgeld der Kanton auf die Schliche kam. Laut der Horgner Finanzvorsteherin Daniela Mosbacher (FDP) ist der aktuelle Geldsegen «hauptsächlich einem grossen Fall geschuldet». In normalen Jahren nehme man um die 100 000 Franken ein. Auch 2010 war es nicht mehr.

Mehr Anzeigen als früher

Ebenfalls zu den «Gewinnern» zählt Wädenswil. «Wir nehmen nochmals mehr Nach- und Strafsteuern ein als 2010», sagt Peter Nef, Leiter des Steueramts. Damals bekam Wädenswil vom Kanton 205 000 Franken, verteilt auf 29 Fälle. Das waren deutlich mehr als in der Zeit, in der die Selbstanzeige noch nicht straffrei war. «Damals betrugen die nachträglichen Einnahmen aus nicht deklarierten Einkünften oder Vermögen höchstens 70 000 Franken.» Nef rechnet 2012 nochmals mit Mehreinnahmen, da zwischen Anzeige und Abrechnung Monate vergehen.

Während Langnau 2010 noch gross profitierte, wird dies aktuell nicht der Fall sein. Die Beträge seien «vernachlässigbar», sagt Finanzvorstand Reto Grau (FDP). Gleich tönt es in Rüschlikon. In Thalwil wurden 2011 total 13 Fälle von Selbstanzeigen registriert. 2010 war es kein einziger. Die Auswirkungen auf das Konto «Nachsteuern und Bussen» liegen aber innerhalb der normalen Schwankungen, sagt Thalwils Kommunikationsverantwortliche Heidi Egli. Sowohl für 2011 wie für 2012 hat die Gemeinde in diesem Konto 80 000 Franken verbucht. Schwarzgeld weiss waschen, Seite 13

Erstellt: 10.01.2012, 06:24 Uhr

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