Warum Fischli/Weiss ihr Kunstwerk versteckt haben

Während ein Kunstwerk in Form einer Brücke in Uster das Aufsehen erregt, bleibt die Skulptur von Fischli/Weiss daneben fast unbeachtet. Das sei Absicht, sagt das Künstlerduo.

Der Moosfelsen steht abseits der Wege: Skulptur von Fischli/Weiss im Zellweger-Park in Uster.

Der Moosfelsen steht abseits der Wege: Skulptur von Fischli/Weiss im Zellweger-Park in Uster. Bild: Andreas Leisi

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Das Kunstwerk «Moosfelsen» des Schweizer Künstlerduos Fischli/Weiss ist im vergangenen Herbst ohne grosses Aufhebens im Zellweger-Park in Uster aufgestellt worden. Dabei gehört es zu den renommiertesten neuen Werken, die das Areal aufwerten – zusammen mit der auffälligen Holzbrücke «Drift Structure» des Japaners Tadashi Kawamata und Sol LeWitts berühmtem «Cube», der im Juni eingeweiht wird.

Der «Moosfelsen» steht zwischen der Strasse, die den Park durchschneidet, und dem Hauptweiher. Eigentlich ist dies ein prominenter Standort, doch das Werk wird in keiner Art und Weise öffentlich beworben. Kein Weg führt zu den aufgeschichteten Tuffsteinen, keine Tafel verweist auf die prominenten Macher. Während Kawamatas Brücke von den Parkbesuchern inspiziert wird und zu Diskussionen anregt, geht die Mehrzahl der Passanten am «Moosfelsen» vorbei, ohne von ihm Notiz zu nehmen.

Das Werk soll irritieren

Dass das Werk dem Parkbesucher nicht ins Auge springt, gehört zum Konzept, wie der Künstler Peter Fischli auf Anfrage sagt. «Der Standplatz wurde absichtlich so gewählt, er hat eine Intimität und oszilliert zwischen Kunst und Natur. Man soll sich fragen, ob die Steine schon immer da waren oder ob sie hingestellt wurden.» Ein Hinweis wäre dieser Funktion abträglich, so der Künstler. «Wenn man den Felsen heute nicht sieht, sieht man ihn vielleicht morgen.»

Der Auftraggeber Thomas W. Bechtler von der Bechtler-Stiftung ist zufrieden mit dem «Moosfelsen» und dessen Präsentation. «Die Werke von Fischli/Weiss haben schon immer althergebrachte Denkkategorien infrage gestellt», sagt er. «Die Irritation zwischen Kunstwerk und Natur ist gewollt.»

Erstellt: 19.04.2011, 11:52 Uhr

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