Wie man sich ein eigenes Garage-Gym einrichtet

Simulieren Sie noch oder trainieren Sie schon? Dann lohnt sich vielleicht die Einrichtung eines eigenen Gyms. Was Sie dabei beachten müssen.

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Der auffälligste Unterschied zwischen dem gemeinen «Fitter», also Inhaber einer Gym-Membership, und dem gemeinen Läufer liegt in der Motivation. Die meisten Läufer in meinem Bekanntenkreis würden nie freiwillig auf ihr Training verzichten, im Gegenteil. Die meisten Fitter hingegen lösen ihr Gym-Abo, um sich zu motivieren. Sie hoffen, sie würden im Bestreben, die Ausgaben zu amortisieren, dann auch trainieren.

Und dann gibt es noch jene, die sich in der Garage ihr eigenes Gym aufbauen, denn: Alle guten Dinge starten in einer Garage. Ich wohne gleich gegenüber einem Fitnesscenter, trainiere aber zu Hause. Noch lieber aber trainiere ich mit meiner Freundin Mary Argast. Sie ist eine begabte Olympic Weightlifterin und angehende Personaltrainerin. Und vor allem hat sie ein Garage-Gym. Es ist das beste Gym der Welt.

In der Fitnessszene hat das Thema Garage-Gyms in letzter Zeit einige Aufmerksamkeit bekommen. Das Garage-Gym ist «Reduce to the max» in Reinkultur. Denn: Fitness ist nicht das jeweilige Angebot an Trainingsgeräten, nicht der eigene Körperfettanteil, nicht eine gleichnamige Playlist und auch nicht Klamotten oder Schuhe. Fitness ist eine Geisteshaltung, der Wille, an seinem Körper zu arbeiten und sich zu verbessern. Wer das verstanden hat, ist ein Garage-Gymer.

Was sind die Vorteile eines Garage-Gyms? Zunächst kann man jederzeit trainieren, hat keinen Anfahrtsweg und kein Publikum. In den Pausen zwischen den Sets lassen sich kleine Hausarbeiten erledigen, und der Kühlschrank ist auch in Griffnähe. Allerdings ist die Einrichtung eines eigenen Gyms aufwendig. Als Ausrüstung braucht es dazu eine Langhantel mit verschiedenen Gewichtsplatten, eine verstellbare Bank, ein Powerrack (also eine Art Gestell, an dem man Klimmzüge machen und die Langhantel ablegen kann), Kurzhanteln und elastische Bänder. Natürlich lässt sich das beliebig ausbauen mit Kurzhanteln, Kettlebells, Plyo-Box und Ähnlichem.

Natürlich hat ein solches Gym auch Nachteile: Die Einrichtung ist nicht ganz billig und braucht Platz. Deshalb ist es meist aufs Wesentliche beschränkt. Qualität ist auch hier wichtig, weshalb eine Beratung sich lohnt – so gibt es beispielsweise gute Secondhand-Angebote. Zudem erfordert das private Gym natürlich Basiswissen über Krafttraining und intrinsische Motivation. Sind diese Faktoren aber gegeben, gibt es nichts Besseres.


Michèle Binswanger ist Autorin beim «Tages-Anzeiger», liebt Sport und Trainingsphilosophien. Wöchentlich schreibt sie die Work-out-Kolumne und postet regelmässig auf diesem Instagram-Kanal.

Erstellt: 28.11.2019, 18:42 Uhr

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