Zürcher G-20-Chaoten müssen vor den Haftrichter

Bis zu zehn Jahre Gefängnis: Wegen Landfriedensbruchs droht mehreren Zürchern nach den G-20-Krawallen in Hamburg ein Strafverfahren.

Schweizer Krawall-Touristen: Am Badischen Bahnhof in Basel trifft nach dem Ende des G-20-Gipfels in Hamburg ein Sonderzug mit einigen hunderten Globalisierungsgegnern ein. (Video: Tamedia/20 Minuten)

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Hamburg ermittelt wegen Landfriedensbruchs gegen mehrere Zürcher. Ein 29-jähriger kam wegen Verdachts auf versuchte schwere Körperverletzung in Untersuchungshaft. Zudem nahm die Polizei weitere Mitglieder der linksautonomen Zürcher Szene fest. Sie setzte sie zum Teil schon am Freitag fest und behielt sie bis Sonntag in der Gefangenensammelstelle.

Kai Wantzen vom Hanseatischen Oberlandesgericht bestätigt, dass neben dem Mann in Untersuchungshaft mindestens zwei weitere Personen aus Zürich dem Haftrichter vorgeführt wurden. «Es handelt sich um eine 30-Jährige und um einen 29-Jährigen. Diese waren wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs festgenommen worden.» In U-Haft kamen die beiden nicht.

Bis zu zehn Jahre Haft

Doch abgeschlossen sind die Fälle nicht. «Natürlich wird auch weiterhin gegen Personen ermittelt, gegen die kein Haftbefehl erlassen wurde», sagt Oberstaatsanwältin Nana Frombach. Für schweren Landfriedensbruch drohen bis zu zehn Jahre Haft.

Bildstrecke – Krawalle am g-20-Gipfel in Hamburg

Rund 100 Linksautonome zogen gestern durch die Berner Innenstadt. Die Demonstration verlief laut Polizei friedlich und löste sich nach einer Stunde auf. Das Motto «Solidarität mit den Verhafteten und Verletzten von Hamburg» galt auch den Schweizer Genossen, die bei den Ausschreitungen von letzter Woche festgenommen wurden.

Übernommen von der SonntagsZeitung, bearbeitet von Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Erstellt: 16.07.2017, 15:55 Uhr

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