Zum Hauptinhalt springen

A la modeA la modeUnnötig zu wissen

B-SideBlöffsäck im SchübelweiherSpeak English, Be CoolZürcher Salander-Mania

Es gab einmal einen Krebs im Schübelweiher, der kam aus Amerika dahergekrabbelt und war ein ganz Böser. Er hat nämlich die Schweizer Krebse im Küsnachter Tümpel verjagt. So irgendwie ging die Geschichte, und es geht jetzt nicht um Minarette, sondern um English. Eine praktische Sprache, weil sie jedem das Gefühl vorgaukelt, das er gerne ausstrahlen möchte. Den Lässigen das Cool-sein, den Compi-Freaks die Megabytes und den Reichen . . . - Das arme elegante Französisch ist ja ganz schön unter die Räder gekommen. Who eine Aura von Luxus verbreiten will, klebt statt französischer englische Wörter aufs Schaufenster. Genau so, wie das der neue Navy-Boot-Laden bei der Sihlporte tut. Von «Shoemakery» ist da die Rede, irgendeinem «Lab» und überhaupt ist die Boutique ein «Concept-Store». Aber was ist aus den Küsnachter Krebsen geworden? Sie leben, so munkelt man, in den Ziggi-Päckli und nennen sich «Cancer». (reu)

Bleiben wir beim obigen Thema und stellen fest, wenn die Oberklasse vorlegt, muss die Mittelschicht nachziehen. Der We-Laden an der Bahnhofstrasse beweist es: «Look Hot, Stay Warm» klebt da am Fenster. Das klingt zwar irgendwie falsch, aber wer will schon nörgeln bei «Coats» schon «from 149». (reu)

Ein Treffer auf vier Millionen Tel.search-Eintragungen. Gerade verbreitet ist der Name Salander nicht. Zwar gibt es im Oberland ein Saland, aber das drückte offensichtlich niemandem seinen Namensstempel auf. Verblüffend ist deshalb, dass zurzeit zwei Salander das Kulturleben prägen. Im Schauspielhaus der Martin und im Kino im Film «Verblendung» die Lisbeth. Damit hat es sich dann, was die Gemeinsamkeiten angeht. Ist Martin Salander ein reichlich naiver Kauf- und Familienmann aus dem vorletzten Jahrhundert, ist Lisbeth eine mit allen Hacker-Wassern gewaschene Single-Frau aus dem dritten Jahrtausend. Wobei, und da treffen sich Gottfried Kellers Alterswerk und Stieg Larssons Kinovorlage wieder: Es sind die andern, die Martin zum Pleitier und Lisbeth zum Sozialfall machten. (reu)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch