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Abschaffung der Medikamentenabgabe Couchepin stösst Zürcher Stimmvolk vor den Kopf; Lasst Ärzten Pillenabgabe - ohne Profit, TA vom 22. Oktober

«Die Preise aller Medikamente sollten jenen der Nachbarländer angepasst werden.»

Gegen den Volkswillen.

Die Abgabe von Medikamenten durch die Ärzte ist absolut notwendig. Die Apotheker verdienen an den teuren Medikamenten sowieso zu viel. Ich erhalte von meinem Arzt nur Generika. Gerade ältere Menschen sind froh, wenn sie nicht weit reisen müssen, um das benötigte Medikament rasch zu bekommen. Übrigens haben wir doch abgestimmt darüber. Überginge man mit einer Abschaffung nicht den Volkswillen?

Ruth Anselmi-Jenny, Birmensdorf

Kleingewerbler oder Angestellter?

Der Vorschlag, Ärzte sollten zwar Medikamente verkaufen, damit aber keinen Gewinn erwirtschaften, mag auf den ersten Blick als Kompromisslösung in verfahrener Situation erscheinen, erweist sich aber auf den zweiten Blick als absurd. Es ist absolut nicht einzusehen, warum im Kleinunternehmen Hausarztpraxis zufällig eine Leistung aus der Betriebsrechnung ausgeklammert werden soll. Entweder bin ich Kleinunternehmer und verkaufe meine Leistungen gewinnbringend, oder dann bin ich eben angestellt und brauche mir um die Betriebsrechnung keine Gedanken zu machen. Ich persönlich habe als Hausarzt die Position als Kleingewerbler überhaupt nicht gesucht, ich würde sehr gern auch als Angestellter arbeiten. Auf die geregelte 42-Stunden-Woche, die Notfalldienstkompensationen und die wirtschaftliche Sorglosigkeit freue ich mich schon heute.

Dr. med. Hansjakob Nüesch, Seuzach

Couchepins Streich.

Der Bundesrat will den Ärzten die Medikamentenabgabe verbieten. Das soll angeblich Geld sparen. Wenn ich ein Rezept vom Arzt habe, dann kostet das schon 15 Franken, der Apotheker verlangt eine Patientenbearbeitungsgebühr und eine Beratungsgebühr, zusammen kostet das fast 10 Franken. Wohlverstanden, er verkauft das Medikament mit einer ordentlichen Gewinnmarge. Der Arzt verkauft das Medikament zum gleichen Preis wie der Apotheker, aber das Rezept und die genannten Gebühren fallen weg. Ich habe von meinem Hausarzt noch nie unnötige Medikamente erhalten. Die Medikamente werden vom Apotheker teurer verkauft, und den Hausärzten will man den Verdienstausfall mit höheren Taxpunkten ausgleichen. Für wie dumm hält uns der Bundesrat. Ein gigantischer Kostenschub wäre die Folge. Der Bundesrat hat wahrscheinlich beim Einmaleins in der Schule gefehlt, und die Pharma lacht sich ins Fäustchen. Dabei gäbe es effiziente Möglichkeiten, um die Medikamentenkosten zu senken. Das Bundesamt für Gesundheit sollte endlich aufhören, den Preisberechnungen für die Generika den Preis des Originals zugrunde zu legen. Die Preise aller Medikamente sollten jenen der Nachbarländer angepasst werden. Damit liesse sich locker eine halbe Milliarde einsparen, ganz schnell und mit gleicher Versorgungssicherheit.

Ueli Binder, Regensdorf

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