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Aeppli befahl Mörgelis Entlassung

Die Zürcher Bildungsdirektorin habe ihre Kompetenzen überschritten. Zu diesem Schluss kommt der noch unveröffentlichte Bericht der Aufsichtskommission zum Fall Mörgeli.

Tritt zu den Wahlen 2015 nicht mehr an: Regine Aeppli. (13. Mai 2014) (Bild: Reto Oeschger)
Tritt zu den Wahlen 2015 nicht mehr an: Regine Aeppli. (13. Mai 2014) (Bild: Reto Oeschger)

Das Fazit der Aufsichtskommission (ABG) zur Rolle der Universität Zürich im Fall Mörgeli fällt vernichtend aus. Nicht nur der damalige Rektor Andreas Fischer habe «schwere Fehler» gemacht, auch der Dekan der medizinischen Fakultät Klaus W. Grätz habe seine Führungsveranwortung «nicht, respektive ungenügend» wahrgenommen.

Die Zürcher Bildungsdirektorin Aeppli wiederum habe nach Erkenntnis des Untersuchungsgremiums Fischer in einer Überschreitung ihrer Kompetenzen die Entlassung von Christoph Mörgeli als Kurator des medizinhistorischen Museums angeordnet; sekundiert von ihrem Chefbeamten Sebastian Brändli.

Aeppli weist diesen Vorwurf gegenüber der ABG «in aller Form» zurück. Doch die Parlamentarier glauben ihr offenbar nicht. «Die ABG kann nicht erkennen, dass die drei Genannten in dieser Sache eine Falschaussage gemacht haben», heisst es wörtlich im Bericht, aus dem die «Sonntagszeitung» zitiert.

Glaubwürdigkeit der Führung «belastet»

Der Leiter des Rechtsdienstes sagte gegenüber dem Gremium aus, dass Rektor Fischer ihm an jenem Montag von einem «Befehl» zur Entlassung Mörgelis berichtet habe. Auch das Wort «fristlos» sei gefallen. Er und Fischer hätten von einer Kündigung jedoch abgeraten und auf die Einhaltung des «normalen» personalrechtlichen Fahrplans gepocht.

Kritik muss auch die Zürcher CVP-Nationalrätin Kathy Riklin als Mitglied des Universitätsrats einstecken. Die Glaubwürdigkeit der strategischen Führung der Hochschule sei «belastet» durch das Vorgehen von Riklin, die «in ihrer Eigenschaft als Nationalrätin bei zahlreichen Gelegenheiten in den Medien das Verhalten von Prof. Mörgeli kritisierte». Dadurch habe die Politikerin den Eindruck erweckt, der Universitätsrat sei in der Angelegenheit «nicht unbefangen». Ihr Verhalten sei «unangemessen» gewesen.

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