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Albispass ist für 14 Tage zu

Im September fällt jeder zweite Baum im Schutzwald entlang der Albispassstrasse – Für die Sicherheit.

Von Marco Morosoli Langnau – In der Vergangenheit musste die Feuerwehr Langnau immer wieder einmal ausrücken, um umgefallene Bäume von der Albispassstrasse zwischen dem Striempel- und dem Oslirank wegzuräumen. Jetzt setzt der Kanton zur grossräumigen Rodung des dortigen Schutzwaldes an. «Jeder zweite Baum wird fallen», sagte Theo Hegetschweiler, Kreisforstmeister, gestern an einer Medienorientierung im Osliholz in Langnau. Deshalb muss die Albispassstrasse vom 20. September bis zum 4. Oktober komplett für den Verkehr gesperrt werden. Der Verkehr wird in dieser Phase über die Buchenegg respektive über Sihlbrugg umgeleitet (siehe Grafik). «Ohne Vollsperrung der Albispassstrasse ist die Fällaktion nicht machbar», sagte Eugen Carisch, Gemeindeförster von Langnau. Das sei für alle Beteiligten zu gefährlich, handle es sich doch um einen «anspruchsvollen Eingriff». Zur Veranschaulichung zeigte Carisch die Suva-Bestimmungen, die beim Fällen eines Baumes zwingend beachtet werden müssen. Die verkehrslose Zeit auf der Passstrasse nutzt die Baudirektion, um den neuen Deckbelag beim Restaurant Löwen in Unteralbis aufzutragen. Dort werden seit Juni Teile der Entwässerung ersetzt und zwei neue Bushaltestellen gebaut. Die Forstspezialisten des Kantons haben die im Herbst zu fällenden Bäume bereits jetzt mit blauer oder leuchtgelber Farbe markiert. 563 Stämme werden auf dem rund zwei Hektaren grossen Waldgebiet gefällt. «Hier wird nicht auf Sparflamme gekocht, sondern grosszügig geholzt», sagte Carisch und fügte an: «Dann haben wir in den kommenden 20 bis 30 Jahren wieder Ruhe.» Junge Bäume schützen besser Zum Teil werden über 60 Jahre alte Buchen der Axt der Förster zum Opfer fallen. Dass es viele ältere Bäume trifft, hat durchaus Methode. «Es ist viel besser, viele kleinere Bäume als ein paar grosse Bäume im Schutzwald zu haben», sagte Theo Hegetschweiler zur Vorgehensweise beim grossen Holzhau oberhalb von Langnau. Das Gewicht der alten, hohen Bäume mache den Boden zunehmend instabil. Und dies gelte es zu verhindern. Um die Funktion des Schutzwaldes für kommende Generationen zu erhalten, sei das Projekt unabdingbar. Die momentanen Strassenbauten des Kantons hätten das schon lange gesuchte Zeitfenster für eine Vollsperrung der Albispassstrasse geöffnet. Die Arbeiten im Schutzwald oberhalb von Langnau kosten rund 100 000 Franken. Die Strassensanierung ist wesentlich teuer. Laut Reto Färber, Strasseninspektor des Kantons, müssen für diese Arbeiten rund 1,2 Millionen Franken eingesetzt werden. Ein Forstspezialist markiert am Albispass einen der 563 Bäume, die fallen müssen. Foto: Patrick Gutenberg

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