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Alternative für den Rütihof

Die heutige Reservezone Rütihof soll in Landwirtschaftszone, Bauzone und Reservezone umgewandelt werden. Dies fordert eine neue Initiative.

Von Lorenzo Petrò Stäfa – Der Rebberg des Rütihofs samt Scheune und umliegenden Wiesen soll nach dem Willen der Initiative «Rütihof bleibt grün» in Landwirtschaftsland umgezont werden (TA vom 20. 7.). Damit das hübsche Ensemble im Stäfner Ortsteil Uerikon besser vor Überbauung geschützt ist. So etwas ist gar nicht nach dem Geschmack einiger Landbesitzer im betreffenden Gebiet. Der Hombrechtiker Architekt Werner Keller etwa hat das Land einst als teures Bauland gekauft. So verwundert es nicht, dass Keller sich gegen die Initiative wehrt. Sein Stäfner Mitarbeiter Hans-Peter Böni hat am Mittwoch beim Gemeinderat einen Gegenvorschlag eingereicht. Die Konkurrenz-Initiative mit dem Namen «Rütihof ausgewogen gestalten» sieht vor, dass nur Rebberg und Scheune in die Landwirtschaftszone umgezont werden. Die gut erschlossenen Parzellen zwischen dem Rebberg und der südlich verlaufenden Rütihof-strasse – sie sind zum Teil in Besitz von Architekt Keller – sollen der Bauzone zugewiesen werden. Der Rest soll Reservezone bleiben (siehe Grafik). 137 Stäfner haben bisher unterschrieben. Weitblick ohnehin verbaut «Mir geht es um Gerechtigkeit», sagt Böni. Es zeuge von sehr einseitiger Betrachtungsweise, wenn man die Familie Hasler, die auf dem Rütihof wirtschaftet, in ihrer Initiative unterstütze. Diese wolle den Rebberg und die Wiese für Weitblick und Naturerlebnis erhalten. Doch sei ein «Weitblick» zumindest in Richtung See nicht mehr möglich, weil an der Fangenstrasse gross gebaut worden sei, zum Teil von ebendieser Familie Hasler. Monica Hasler Bürgi, die mit ihrem Mann Matthias Bürgi den Rütihof bewirtschaftet, bestätigt, dass ihre Eltern ein kleines Stück Land verkauft haben, das dann überbaut wurde. Dies sei jedoch Teil eines grösseren Quartierplanverfahrens gewesen, es sei ihren Eltern nichts anderes übrig geblieben. Niemals sei es das Ziel ihres Vater gewesen, sich zu bereichern. Er habe sich immer dafür eingesetzt, das Land rund um den Rütihof vom Wohnungsbau freizuhalten. Gerade weil der Druck auf das verbleibende Land so hoch sei, habe man die Initiative «Rütihof bleibt grün» lanciert. Keine Reservezone in der Reute Die Unterzeichner der neuen Initiative wollen nicht nur Gerechtigkeit rund um den Rütihof. Sie befürchten, dass die Gemeinde, um ihre Reservezonen zu erhalten, das Gebiet Reute/Mockenwis von der Landwirtschafts- und Erholungszone der Reservezone zuteilt. Diesen Plan hatte der Gemeinderat bereits bei der Revision der BZO vor einem Jahr verfolgt. Im Lauf des Verfahrens verzichtete er aber vorläufig darauf. In der Reute fürchten nun die Anwohner, darunter Mitunterzeichner Yves Ettlin, dass die Gemeinde ihr Land für gemeinnützigen Wohnungsbau verwenden könnte. «Dabei gibt es dafür doch genug Möglichkeiten in Stäfa, etwa in der Oberen Matt», so Ettlin. Die Initiative verlangt deshalb, dass das Gebiet Reute/Mockenwis in der heutigen Zone belassen wird. Gemeindeschreiber Daniel Scheidegger kann nicht ausschliessen, dass der Gemeinderat etwa von Initianten aufgefordert wird, Familienwohnungen in der Reute voranzutreiben. Wenn er das Land zur Reservezone schlage, dann jedoch mit einem Zeithorizont von 20 Jahren oder mehr. Erst aber müsse die Gemeinde ihre Position zwischen den beiden Initiativen finden. Scheidegger schliesst aus, dass beide am 13. Dezember zur Abstimmung kommen. «Es fehlt die Zeit», die neue Initiative müsse erst 60 Tage öffentlich aufliegen.

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