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Autos sollen weg vom Pfäffikersee

Neue Strassen, ein separater Radweg und ein Parkleitsystem: Mit diesen Massnahmen will der Kanton die Verkehrssituation rund um den Pfäffikersee verbessern.

Von Raphael Brunner Der Kanton wolle rund um den Päffikersee die Interessen aller Verkehrsteilnehmer, der Bewohner und des Naturschutzes unter einen Hug bringen, sagte Markus Traber am Donnerstagabend an einer Informationsveranstaltung in Pfäffikon. Damit hat sich der Kanton ein ambitioniertes Ziel gesetzt. Vor einem Jahr hatte eine Arbeitsgruppe sechs Teilprojekte vorgestellt, mit denen die Verkehrssituation verbessert werden sollte. Traber informierte nun die Bevölkerung, wie weit die Ideen gediehen sind. Wie schwierig es ist, alle Interessen unter einen Hut zu bringen, zeigt sich bereits beim Konzept für die Parkierung. Es sieht vor, dass in Zukunft wenige grosse, weit vom See entfernte Parkplätze die vielen kleinen Parkmöglichkeiten in Seenähe ersetzen. Die beiden Plätze bei Strandbad Auslikon werden verkleinert, andere ganz gestrichen. Ausserdem sind in Zukunft alle Parkplätze gebührenpflichtig. Dagegen hegte grundsätzlich niemand Einwände. Die Bewohner von Auslikon freuen sich aber nicht, dass einer dieser grossen Parkplätze direkt bei ihrem Dorf stehen soll. «Wieso stellt man ihn nicht in die Wetziker Industriezone?», fragte ein Votant. Und eine andere Auslikerin befürchtet, «dass viele zuerst das Strandbad ansteuern, dort sehen, dass kein Platz mehr frei ist, und dann wieder zurück ins Dorf fahren». Um das zu verhindern, plant der Kanton ein zentrales Parkleitsystem, das anzeigt, wo es noch freie Parkpläzte gibt. «Etwa so wie bei den Parkhäusern in Zürich», sagte Urst Günter, Entwicklungsingenieur vom Amt für Verkehr. Öffentlicher Verkehr fehlt Diese Ankündigung vermochte die Ausliker etwas zu beruhigen. Trotzdem empfinden viele die Pläne des Kantons als mangelhaft. Denn der öffentliche Verkehr &endash an den die Pfäffiker Aussenwacht trotz jahrelanger Bemühungen noch immer nicht angeschlossen ist &endash wird darin mit keinem Wort erwähnt. «Ein Konzept zur Mobilität ohne Einbezug des ÖV ist doch absolut unvollständig», monierte deshalb ein Votant. Da habe er sogar recht, sagte Markus Traber. Aber für den Fahrplan und die Streckenfestlegung seien die Gemeinden und der Zürcher Verkehrsverbund zuständig. Das Amt für Verkehr habe kein Mitspracherecht. Ebenfalls zu Diskussionen Anlass gab die Westtangente Pfäffikon &endash weil sie vorerst nicht gebaut werden soll. Wie der Kanton schon vor zwei Wochen informierte, will er sie erst realisieren, wenn auch die Planung für die Ortsdurchfahrt Pfäffikon weiter fortgeschritten ist. «Ohne zweite Durchgangsachse verbessert eine Westumfahrung nichts an der Situation im Dorfkern», sagte Traber. Die Bewohner der Usterstrasse, die durch die Tangente zur Quartierstrasse herabgestuft worden wäre, sahen das hingegen anders. Traber erklärte aber, die Verkehrsoptimierung in Pfäffikon selbst stehe an diesem Informationsabend nicht zur Diskussion. Das Amt für Raumentwicklung erarbeite zur Verkehrsführung Pfäffikon eine separate Studie. Die Westtangente scheidet aus dem Mobilitätskonzept Pfäffikersee aus, bleibt aber als langfristiges Projekt im kantonalen Richtplan. Rutschbergstrasse verlegen Festhalten will der Kanton hingegen an der Verlegung der Ruetschbergstrasse, die von Pfäffikon über den Weiler Ruetschberg nach Seegräben führt. Heute kommt es auf der Tempo- 80-Strasse immer wieder zu gefährlichen Situationen zwischen Fussgängern, Velofahrern und Automobilisten. Darum soll sie in Zukunft über ein neues Trassee von Ruetschberg aus zum Weiler Faichrüti führen (gelbe Linie in der Grafik). Der untere Teil wird zum Rad- und Wanderweg umgenutzt. «Für uns bedeutet das massiven Mehrverkehr», beklagte sich ein Votant aus Faichrüti. «Für viele andere aber mehr Sicherheit», entgegnete Urs Günter. Erlebnis vor Geschwindigkeit Die Umnutzung der unteren Ruetschbergstrasse ist ein wichtiger Schritt zu einem durchgehenden Radrundweg um den Pfäffikersee (orange Linie). Dieser ist als «mittlerer Ring» geplant und soll meist leicht oberhalb des Fusswegs verlaufen, teils auf neuen, teils auf bereits bestehenden Flurwegen. «Im Mittelpunkt soll das Erlebnis stehen und nicht das möglichst schnelle Fortkommen», sagte Urs Günter zur Idee des nicht asphaltieren Wegs. Ob die Entflechtung von Fuss- und Veloverkehr tatsächlich die Konflikte beseitigt, bezweifelten einigen Zuhörern. «Auch als Velofahrerin will ich so nah wie möglich am See sein», sagte eine Frau. «Wer weiss, ob dann nicht doch viele Radfahrer weiterhin den Wanderweg benutzen.» Projektleiter Günter appellierte an den gesunden Menschenverstand und verwies auf die schöne Aussicht vom neuen Radweg: «Weiter unten sehen sie ja nur das Schilf.» Von allen Teilprojekten am weitesten fortgeschritten ist die Westtangente Wetzikon (grüne Linie). «Ein Grossteil ist bereits fertig, und für den letzten Abschnitt beim Bergliquartier liegen konkrete Pläne vor», sagte Günter. Die Projekte seien alle aufgegleist, sagte Traber. Als Nächstes folge die Aufnahme in die Richtpläne und dann die Vernehmlassung in den Gemeinden. «An ihnen liegt es jetzt, in Absprache mit der Bevölkerung die Details auszuarbeiten und an die lokalen Begebenheiten anzupassen.» Erst dann kann man auch genauer über die Kosten informieren. Das wilde Parkieren in der Nähe des Pfäffikersees soll verboten werden. Dafür werden grössere Parkplätze weiter entfernt eingerichtet. Foto: PD

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