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Avec-Shop unter der Hardbrücke darf am Sonntag nicht offen sein

Die Stadt Zürich und die Valora unterliegen auch vor Verwaltungsgericht: Der Hardplatz gilt nicht als «Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs.»

Liliane Minor
Muss am Sonntag schliessen: Die Avec-Filiale am Hardplatz.
Muss am Sonntag schliessen: Die Avec-Filiale am Hardplatz.
rba

15'747 Passagiere steigen am Hardplatz im Durchschnitt täglich ein oder aus. Diese Zahl ist wichtig: Sie liegt um 747 über der Schwelle, welche die Stadt Zürich definiert hat, damit eine Haltestelle als «Knotenpunkt des öffentlichen Verkehrs» gilt. Gestützt auf diese Definition erteilte die Stadt der Avec-Filiale am Hardplatz im September 2017 die Bewilligung, auch am Sonntag zu öffnen.

Doch diese Bewilligung ist nicht rechtmässig. Das hat das Verwaltungsgericht entschieden und damit eine Beschwerde der Gewerkschaft Unia gutgeheissen. Hauptargument des Gerichts: Die durchschnittlichen Passagierzahlen seien kein taugliches Kriterium. Entscheidend sei vielmehr die Situation am Sonntag selbst. Und da sieht die Sache ganz anders aus.

Nähe zur Hardbrücke zählt nicht

Während unter der Woche sechs Buslinien den Hardplatz bedienen, sind es am Sonntag bloss drei. Und nur gerade für die Linie 31 dient der Hardplatz als Umsteige-Haltestelle. Es lasse sich daher nicht behaupten, dass am Hardplatz sonntags «bedeutende Passantenströme gebündelt und weitergeleitet» würden, so das Gericht. Damit fehle die zentrale Voraussetzung für eine Ausnahmebewilligung.

Das Argument der Stadt, in der Nähe der Hardbrücke befänden sich mit dem Schiffbau, der Maag-Eventhalle, dem Prime Tower und dem Letzigrund Institutionen mit hohem Publikumsaufkommen, lässt das Gericht nicht gelten. Alle diese Örtlichkeiten hätten näher gelegene ÖV-Haltestellen, die teils sogar von denselben Buslinien bedient werden.

Offen, wie es weitergeht

Das Gericht bestätigt damit einen Entscheid der kantonalen Volkswirtschaftsdirektion. Und wie schon die Volkswirtschaftsdirektion lässt auch das Verwaltungsgericht die Frage offen, ob die Avec-Filiale – die von den Bus- und Tramhaltestellen aus gar nicht sichtbar ist – überhaupt als Laden gelten könnte, der auf die Bedürfnisse von Reisenden ausgerichtet ist. Die Unia hatte das bezweifelt.

Was das Urteil für die Zukunft der Avec-Filiale heisst, ist offen. Die Detailhandelskette Valora, der die Avec-Läden gehören, wollte keine Stellung nehmen. Man prüfe das Urteil nun detailliert. Noch hat die Filiale am Sonntag offen. Zieht die Valora das Urteil nicht weiter, ist damit im März Schluss.

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