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Bannumgang wird in Glattfelden zum Volksfest

200 Einwohner lauschten entlang der Gemeindegrenze Ausführungen zum Mammutzahn und zum Weiler Zweidlen.

Von Bruno Meier Glattfelden – Die Glattfelder waren erst wenige Minuten unterwegs, da hielt Alt-Gemeinderat Alfred Dünki den Bannumgang ein erstes Mal an. Zu bewundern war der Stosszahn eines Mammuts. 1956 hatte ihn der Baggerführer Werner Baumann in der Kiesgruppe Aarüti gefunden. Vor 18 000 Jahren war der Zahn vom Linthgletscher in die Region befördert worden. Als Dünki 2008 zum ersten Mal einen Fussmarsch entlang der Dorfgrenze organisierte, interessierten sich gerade einmal 35 Personen dafür. Gestern Sonntag waren 200 Einwohner dabei. «Ich bin von diesem Grossaufmarsch wirklich überwältigt», sagte Dünki. Es hatte sich wohl herumgesprochen, dass er jeweils den gesellschaftlichen Aspekt der Veranstaltung mit Wissenswertem über die Landschaft ergänzt. Am Drei-Gemeinden-Grenzstein Nach Ausführungen zur Rekultivierung der Kiesgrube Schwarzrüti zog die Wandergruppe hinauf zum Zweidler Festplatz. Zu Kaffee und Gipfeli konzertierte dazu die ortseigene «Young People Band», Pfarrer Christhard Birkner hielt eine kurze Sonntagsbetrachtung. Der Zweidler Ernst Schmid lieferte Fakten über seinen Wohnort. Zum Beispiel, dass sich der Weiler einst als eigenständige Gemeinde behauptet hatte, bevor er 1918 eingemeindet wurde, was zu vielen Feindseligkeiten führte. «Nach dem heutigen Tag sind Glattfelden und Zweidlen aber wieder geeint», sagte Gemeindepräsident Pier-Luigi Quattropani. Anschliessend ging es hinauf zum Drei-Gemeinden-Grenzstein von Glattfelden, Stadel und Weiach, vorbei an den Rebhängen und hinab zum Zweidler Bahnhof, wo der Anlass mit einem Grillfest beendet wurde. Unter dem Motto «Bänklitour – der Natur auf der Spur» haben gestern auch die Oberglatter ihre Grenze abgeschritten. In zahlreichen Gemeinden des Kantons Basel und im Zürcher Unterland, insbesondere im Furttal, entstand der Banntag vor 1000 Jahren. Dabei wurde jeweils ein Teil der Gemeindegrenze abgeschritten. Im 15. Jahrhundert hatte ein Bannumgang eine praktische Funktion: Es war eine Bürgerpflicht, die Grenzsteine regelmässig zu kontrollieren. Mit der Einführung der modernen Vermessung verlor der Brauch an Bedeutung. Erst in der zweiten Hälfte des 20.?Jahrhunderts haben viele Gemeinden die Tradition wiederentdeckt und meist zu einem Volksfest gestaltet. (bm)

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