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Barbetreiber muss für sechs Monate ins Gefängnis

Das Zürcher «Dörfli-Fäscht» endete für einen Glattfelder im Spital. Ein Lokalbesitzer stach ihm nach einem Krach mit einem Rüstmesser in den Hals.

Von Attila Szenogrady Glattfelden – Es war in der Nacht auf den 29. August 2009, als sich ein heute 31-jähriger Informatiker aus Glattfelden in Zürich am «Dörfli-Fäscht» vergnügte. In den frühen Morgenstunden hielt er sich in einer Bar am Limmatquai auf, wo der italienische Wirt mit den Gästen ausgelassen feierte – mit viel Alkohol und viel Marihuana. Fest steht, dass die fröhliche Stimmung um 3 Uhr plötzlich kippte. Der betrunkene Barbetreiber regte sich über einen ebenso alkoholisierten Gast auf und schubste ihn aus dem Lokal. 20 Zentimeter lange Wunde Dabei geriet der Wirt auch an den Besucher aus Glattfelden. Draussen vor der Tür des Lokals kam es zu einer Schlägerei, wobei der heute 47-jährige Angeklagte den Kürzeren zog. Wutentbrannt begab er sich in seine Bar zurück und kehrte kurz darauf mit zwei Rüstmessern zu seinem Gegner zurück. «Ich weiss nicht, was dann passiert ist», erklärte der Beschuldigte vor dem Bezirksgericht Zürich. Sicher ist jedenfalls, dass der Italiener den Geschädigten attackierte und ihm mit einem Rüstmesser an der rechten Halsseite einen 20 Zentimeter langen Schnitt zufügte, der sich allerdings nicht als lebensgefährlich herausstellte. Freispruch gefordert Während die zuständige Staatsanwältin für den Angeschuldigten eine unbedingte Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verlangte, setzte sich die Verteidigung für einen Freispruch ein. Der Angeklagte machte Notwehr geltend. Er begründete es damit, dass er zuerst geschlagen worden sei. Das Bezirksgericht folgte jedoch der Anklage und schloss eine Notwehr aus. «Als der Beschuldigte in seine Bar zurückkehrte, war die Sache abgeschlossen», begründete der Gerichtsvorsitzende während der Urteilseröffnung das Verdikt. Darum sei zu diesem Zeitpunkt der Barbetreiber klar zum Angreifer geworden. Die Erinnerungslücke stuften die Zürcher Bezirksrichter als Schutzbehauptung ein. Noch einen Monat sitzen Der Betreiber der Bar am Limmatquai erhielt wegen versuchter schwerer Körperverletzung eine teilbedingte Freiheitsstrafe von 30 Monaten, davon 6 Monate unbedingt. Aufgrund der langen Untersuchungshaft muss der Italiener aber nur noch rund einen Monat absitzen. Des weiteren muss der Wirt dem Glattfelder Schadenersatz in der Höhe von 110 Franken sowie ein Schmerzensgeld von 1000 Franken entrichten.

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