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Behinderte kommen nicht zum Zug

Der Bahnhof Oberdorf ist nicht rollstuhlgängig – obwohl er soeben für 2 Millionen Franken umgebaut wurde. Laut Behindertengleichstellungsgesetz hat Oberdorf bis 2023 Zeit, dies zu ändern.

Unüberwindbar für Menschen im Rollstuhl: Das Perron im Horgner Oberdorf ist nur über eine steile Treppe zu erreichen.
Unüberwindbar für Menschen im Rollstuhl: Das Perron im Horgner Oberdorf ist nur über eine steile Treppe zu erreichen.
Reto Schneider

Im umgebauten Bahnhofsgebäude im Horgner Oberdorf gibt es neu eine Toilette für Behinderte. Sie ist gross genug für einen Rollstuhl und bietet Hilfsmittel, damit körperlich beeinträchtigte Menschen selbstständig ihre Notdurft verrichten können.

Aber das heisst nicht, dass sie nachher auch den Zug nehmen können. Denn zwischen Bahnhofsgebäude und Gleis liegen zwei Treppen und eine Unterführung. Im Durchschnitt frequentieren täglich 2500 Personen den Bahnhof Oberdorf. Aber für Menschen im Rollstuhl sind dessen Treppen unüberwindbar. Wenn Menschen mit einer Behinderung den Bahnhof Oberdorf aufsuchen, dann am ehesten, um im neuen Migrolino einzukaufen oder einen Brief abzugeben. Das sorgt bei Anita Bächtiger für Kopfschütteln. Sie ist Mitglied der Arbeitsgruppe (AG) für behindertengerechtes Leben in Horgen. Vor zwei Jahren hat die Gruppe ein Handbuch herausgegeben, das auflistet und beschreibt, wo Horgen rollstuhlgängig ist und wo nicht. Die AG prüft weiterhin öffentliche Gebäude und Plätze auf ihre Zugänglichkeit.

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