12 mal 2,5 mal 2,5 Meter

Eine simple Metallkiste mit überraschend vielen Facetten: Der Container ist das prägende Element auf dem Areal des Zürcher Basislagers.


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Der Container auf der Baustelle. Er ist der Erste, der kommt, und der Letzte, der geht. Er hat das Zeug zum Captain – und doch ist ihm auf den Baustellen dieser Welt gewöhnlich bloss die Nebenrolle zugedacht. In ihm nehmen die Bauarbeiter den Znüni ein, lagern ihre Werkzeuge, strecken die Planer ihre Köpfe zusammen. Am Ende landet er auf dem Tief­lader – und der nächsten Baustelle.

Der Container neben der Baustelle. Die Kiste mit einem Vorplatz, einigen grossformatigen Plänen und Visualisierungen. Gerne wird aus den wenigen Quadratmetern ein Pavillon, für Informationen, für den Wohnungsverkauf.

Der Container in der Industrie. Gefertigt wurden die Container für das ­Basislager in der Schweiz. Alho betreibt in Wikon LU, ungefähr auf halbem Weg zwischen Zürich und Bern, eine «Raumfabrik». In den Hallen werden jedes Jahr mehr als 2000 Container in Stahlskelett-Bauweise gefertigt und je nach Kundenwunsch individuell gestaltet und ­aus­gebaut. Daraus lassen sich Kindergärten, Schulhäuser, Grossraumbüros, Altersheime oder Bauarbeiterunterkünfte am Hauptbahnhof stapeln. Wie Lego, aber grösser.

Der Container auf dem Schiff. Von dieser normierten Metallkiste, dem 40-Fuss-Container, sind Abermillionen auf den Meeren dieser Welt unterwegs. Er misst ungefähr 12 mal 2,5 mal 2,5 Meter. Und er eignet sich nicht nur formidabel für den Warentransport, sondern auch, um Häuser damit zu bauen. Wenn der Frachtcontainer vom Neben- zum Hauptdarsteller wird, sorgt das für Aufmerksamkeit. Das beste Beispiel in Zürich ist der Freitag-Tower auf dem Geroldareal von Spillmann Echsle Architekten. Einige Stockwerke tiefer – aber doch ein würdiges Gegenüber des Prime Tower. International hat das New Yorker Studio LOT-EK für seine virtuosen Containerbauten zahlreiche Auszeichnungen eingeheimst.

Der Container auf dem Basislager. Die Kisten in den verschiedenen Farben sind das prägende sichtbare Element auf dem Basislager. Auch hier zeigt sich: Die Module haben das Zeug zum Captain. Und was sich auf dem Basislager ebenfalls zeigt: Streng standardisiert muss nicht langweilig bedeuten. Die Bauten haben Rücksprünge, Spielereien. Die Container sind geschossweise gegeneinander verschoben aufeinandergeschichtet; so entstehen überdeckte Balkon­reihen vor den Ateliers, die gleichzeitig der Erschliessung dienen.

Vier Facetten der Containersiedlung in Altstetten: Manchmal muss es ein Anbau sein. Der Standard mit französischem Balkon. Alles hat eine Struktur. War früher auf den Weltmeeren unterwegs.

Jeden Tag einige Geschichten mehr: Die Serie Im Huus widmet sich eine Woche lang dem Basislager in Altstetten. (Zueritipp)

(Erstellt: 19.10.2016, 15:12 Uhr)

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