Ausverkauf der Magerwiese

Gestern wurde die Magerwiese auf dem Münsterhof in ihre Einzelteile zerlegt. Die Frage, die bleibt: Sollte die Stadt öfters in dieser Art intervenieren?

Die Pflanzenziegel vom Münsterhof würden auch dem Landesmuseums-Anbau etwas Weichheit verleihen. Foto: Urs Jaudas

Die Pflanzenziegel vom Münsterhof würden auch dem Landesmuseums-Anbau etwas Weichheit verleihen. Foto: Urs Jaudas

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Ein bisschen Grün, zwei Weidenbäume, Holzstege und -plattformen, einige Gelegenheiten zum Verweilen – so viel oder so wenig brauchte es, um den Münsterhof in den vergangenen Wochen zu einem kleinen Stadtpark werden zu lassen. Die 1000 Quadratmeter Grün, die «Insel der Stadt», waren eine Installation des Berner Aktionskünstlers Heinrich Gartentor. Sie änderten den Charakter des Platzes – manche sprechen abschätzig von einer Pflasterwüste – und machten darauf aufmerksam, wie Grün den Stadtraum prägt und verändert. Und das regte zum Nachdenken an: wie sich eine Stadt in Zeiten des Klimawandels wandeln soll, bevor sie muss. Gestern Abend wurden die Kisten mit den Wiesenblätzen verkauft. Und es wurde wieder klar, dass die Gräser ihre Wurzeln nicht tief in den Platz geschlagen hatten, sondern nur in eine Schicht Humus auf Schafwolle.

Welche Interventionen würden unsere Stadt grüner und schöner machen? Eine Auswahl.

Magerwiesen

Zieht man den Münsterhof als (gelungenes) Beispiel heran, dann bieten sich viele Zürcher Plätze an, ähnlich begrünt zu werden. Des Begrünungskünstlers Traum wäre der Sechseläutenplatz. Diese Belegung wäre auch all denen genehm, die den Platz zur Eventstätte verkommen sehen. Daneben täte ein bisschen Weichheit auch der Politerrasse gut, dem Helvetia - und besonders dem Europaplatz. Oder dem Dach des Landesmuseums-Anbaus.

Kies und Schotter

Diese Haufen für Insekten und Echsen passen bestens auf den Paradeplatz.

Schilfgürtel

Zwischen den Tramgleisen hüpfen die Frösche und surren die Libellen. Schilfbänder ziehen sich auch entlang der Limmatstrasse. Der Begriff Verkehrsfluss bekommt dann eine ganz andere Bedeutung, die Fussgängerinsel auch, sofern sie mit Sand und Palmen bestückt wird.

Seerosen

Zürich ist die Stadt der Brunnen. Mehr als 1200 zählt die Wasserversorgung auf, zu vielen davon gibt es im Brunnenguide eine Erklärung. Wie wäre es mit einigen See- oder Teichrosen? Zum Beispiel auf dem Zentralhof - und dem Klausbrunnen im Kreis 1, dem Trinkbrunnen Seebach, dem Siriusbrunnen in Zürich-Nord oder dem Springbrunnen auf dem Bullingerplatz.

Rollrasen

Der gehört als grüner Vorbote auf das Stadion auf der Hardturmbrache.

Umrankte Gittergebilde

Der MFO-Park, 2002 eröffnet, stand schon damals für die Park-Zukunft. In dichteren Städten denken auch Landschaftsgärtner in die Höhe. In mehrstöckigen Pärken können mehr Menschen flanieren. Vielleicht liesse sich ein grüner Stock über die Stadt bauen? Eine Art Schnellstrassen-Ypsilon – nur fächiger. Oben Park, unten Schatten, win-win.

Erstellt: 18.09.2019, 09:24 Uhr

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