Das gallische Dorf von Zürich-West

Das Pfingstweid-Areal muss dem Projekt «Prime 2» weichen. Wahrscheinlich bald. Derweil harren der Musiker Dodo und seine Freunde aus.

Ein gallisches Dorf. Obwohl das leicht dramatisch klingt, passt dieses Bild doch ziemlich gut zum Pfingstweid-Areal, das dem Transportunternehmen Welti-Furrer gehört.

In den vergangenen Jahren sind rund um die Fläche bei der Hardbrücke Neubauten entstanden: Wohnungen, Hotels, Läden, und dann, als deutlichstes Symbol der Moderne, der Prime Tower. Nur die Pfingstweid, auf der die einstigen Pferdestallungen als Lager- und Arbeitsräume genutzt werden, blieb verschont – bisher. Auf Sommer 2019 sollen hier neue «Businessflächen» entstehen, wie auf der Website von «Prime 2» zu lesen ist. Ein siebengeschossiges Bürogebäude wird gebaut, mit 270 Arbeitsplätzen pro Stock. Ist Welti-Furrer der Cäsar aus dem Comic «Asterix», der mit diesem imposanten Bau das gallische Dorf endgültig vereinnahmt? Einem Bau, dessen Name ein müdes Zitat des Prime Tower ist, was die Tragik eigentlich gut erfasst?

Der Sänger Dodo, von dem die Analogie zum Comic übrigens stammt, sagt, es sei von Anfang an offen kommuniziert worden, dass er und die anderen Nutzer des Areals irgendwann einmal gehen müssten. Seit zehn Jahren heisse es das schon. 2014 war es fast so weit, der Abriss wurde auf Ende 2015 angekündigt. Dann kam es mit den verschiedenen Mietparteien zu einem Vergleich vor Gericht. Jetzt sind zwei Rekurse hängig, die den Neubau erneut hinauszögern könnten.

Derweil bemühen sich die Letzten im gallischen Dorf um neue Räume oder sie haben solche bereits in Aussicht: Dodo, der Sänger Troubadix; Pascal, der treue Idefix; Primo, der weise Miraculix; und Flurin, der widerständige Asterix.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.10.2017, 20:49 Uhr

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