Schnaps mit aphrodisierender Wirkung

Im Restaurant Shangrila schmeckt das Essen himmlisch. Die Momos sollen gar die besten in Zürich sein.

Dies sollen die besten Momos in Zürich sein: Menuvorschlag im Restaurant Shangrila. Foto: PD

Dies sollen die besten Momos in Zürich sein: Menuvorschlag im Restaurant Shangrila. Foto: PD

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Eigentlich wollten der Gfröörlig und seine Elfe samt dem Spaghetti-Fresser im Himalaya einkehren. Doch dort standen sie trotz Reservation vor verschlossener Tür. So kam es, dass die Versetzten schliesslich im Tibet-Restaurant Shangrila landeten. Und es nicht bereuten – im Gegenteil.

Shangrila ist ein fiktiver, paradiesischer Ort im Himalaya-Gebiet. Das Zürcher Shangrila befindet sich im Kreis 3 und wirkt wie ein gemütlicher Gemeinschaftsraum. Es riecht stark nach Minze. Wohl von den feinen feuchten Waschtüchern, die einem vor dem Essen gebracht werden. Und mittendrin sitzt an diesem Abend eine Geburtstagsgesellschaft mit Kind und Kegel an einer langen Tafel. Da im Lokal kaum mehr als 50 Leute auf einmal Platz finden, ist es zusammen mit der 25-köpfigen Gesellschaft bereits proppenvoll.

Tenzin, eine der sympathischen tibetischen Wirtinnen, entschuldigt sich für den Lärm und verspricht dafür zum Nachtisch ewige Jugend. Aber davon später. Zuerst gibts ein Gläschen hausgemachten Reiswein Bö Tschang (5  Fr./dl). Die Elfe besteht auf einer Tasse Bö Tscha (tibetischer Buttertee/7.50  Fr.), obwohl sich dem Gfröörlig schon beim Wort «Buttertee» der Magen umdreht.

Im Shangrila soll es die besten Momos (traditionelle tibetische Teigtaschen) Zürichs geben, raunt man durchs ganze Land. Also bestellt das Trio Sötum Shemo (34.50 Fr.), gedämpfte Momos mit Rindfleischfüllung und Shetsel Shemo, gebratene Momos mit Gemüsefüllung (34.50 Fr.). Dazu wird eine leckere Joghurt-Chili-Sauce serviert. Zum Menü gehören ebenso eine Suppe und Saisongemüse, ein rosaroter Rettichsalat und ein würziger Gurkensalat. Weil der Hunger grösser ist als der Magen, bestellt man noch Mönsen Dumpo (27.50 Fr.), würzig gebratene Auberginen, und Yaksha Sizi Khatsa (36.50 Fr.), fein geschnittenes Yak-Fleisch mit Chili und Ginger. Die Bedenken des Gfröörlig betreffend Yak-Fleisch werden ignoriert. Und kaum geordert, steht schon die Bouillon mit dem frischen Gemüse auf dem Tisch. Die Suppe schmeckt und der Lärmpegel am Nebentisch steigt stetig.

Wie man Momos richtig isst

Kaum ist das Süppchen geschlürft, bringt Tenzin den Rest der Köstlichkeiten. Sie erklärt, wie man Momos richtig isst, damit die Flüssigkeit nicht herausspritzt. Alle haben es kapiert, nur der Spaghetti-Fresser hat nicht aufgepasst. Beim ersten Bissen in sein Momo spritzt die Flüssigkeit wie eine Fontäne über die schön drapierten Schälchen hinweg auf den Tisch.

Trotz seiner Zweifel macht sich der Gfröörlig wie ein Verhungernder über das Yak-Fleisch her. Von der Joghurt-Chili-Sauce ist er derart begeistert, dass er schon die nächste Portion ordert, obwohl das Schälchen noch halb voll ist. «Happy Birthday, André»!, ertönt es vom Nebentisch. Der Spaghetti-Fresser misst auf seinem Handy 113 Dezibel. Da kommt der offerierte tibetische Schnaps von Tenzin zur Beruhigung gerade richtig. Als Heil- und Stärkungsmittel gelte der Raupenpilz-Schnaps seit langem als Aphrodisiakum. Kaum gesagt, leert der Gfröörlig das die Libido steigernde Wässerchen gleich ex hinter die Binde. Für das Paradies war es an diesem Abend doch etwas laut im Shangrila, doch dafür schmeckte das Essen himmlisch.

Shangrila, Birmensdorferstrasse 297, 8003 Zürich, Tel. 044 462 04 12. Dienstag bis Freitag 11–14 Uhr und 18–23 Uhr, Samstag/Sonntag 18–23 Uhr. Montag ist Ruhetag. www.shangrila-tibet.ch.

Erstellt: 05.01.2015, 19:54 Uhr

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