Auch Normalos erlauben sich, hin und wieder anzuecken

Oft-benutzt-Listen bei Whatsapp lassen tief blicken. Dutzende haben Sie uns eingeschickt, wir haben sechs gedeutet.

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Der unberechenbare Typ: Diese Person wirft Fragen auf. Doch sie lassen sich auch beantworten. Die Flaggen von Vanuatu, Vatikanstadt, Vietnam, Venezuela und Westsahara, Sie erraten es, sind alle in der gleichen Ecke der Flaggen-Sektion zu finden. Dass er sie alle bereist hat, ist wenig wahrscheinlich. Dass er sich damit einen Scherz erlaubt hat, dagegen schon. Das lässt auf Ironie kombiniert mit Weltläufigkeit schliessen. Das gilt auch für Krokodil und Kanu. Für eine solide Lebensgestaltung sprechen das Schwimmbild und das Bett. Immerhin. Schwerer einzuordnen sind allerdings die männlichen UND weiblichen Zauberelfen. Es bleibt spannend! (dsa)


Der verschmuste Typ Rot, alles ist fast ausschliesslich rot in der Welt dieses geschätzten Lesers, wohin man auch sieht. Das Feuer lodert, die Rose blüht, der Mund küsst, der Kopf glüht. Er ist wohl frisch verliebt und sitzt so gefühlsintensiv auf seiner roten Wolke, DASS MAN GAR NICHT ANDERS KANN, ALS IN GROSSBUCHSTABEN ÜBER IHN ZU SCHREIBEN. ZWISCHENDURCH GÖNNT ER SICH AUCH ETWAS ZEIT ALLEIN, ABER NUR, WENN ER JOGGEN GEHT – DAMIT ER SCHNELLSTMÖGLICH WIEDER HERZLI VERSCHICKEN KANN. HEHE, ZWINKERSMILE. FÜR 2019 WÜNSCHEN WIR IHM, DASS DIESER ZUSTAND NOCH ETWAS ANHALTEN MÖGE. (slm)


Der Normalo-Typ: Die Leserin verkörpert den Durchschnittstyp, der zu sein praktisch jeder und jede befürchtet. Sie hingegen nicht: Sie findet, die Mitte biete genug Ausdrucksmöglichkeiten. Zum Beispiel, ob man die Zunge rausstreckt und die Augen zusammenkneift, ob man die Zunge rausstreckt und zwinkert, oder ob man die Zunge rausstreckt und die Augen offen lässt. Umso mehr kann sie es sich als Normalo leisten, hin und wieder anzuecken. Etwa den Mitte(!) lfinger zeigen. Die Muskeln spielen lassen. Oder ein Ei legen. Auch 2019 wird sie davon profitieren, dass man ihr solche Ausrutscher verzeiht. Sie ist sonst ja eigentlich ganz normal. (slm)


Der bürokratische Typ: Das Leben ist eigentlich nur eine Additionsrechnung, denkt sich dieser User – er hat es sich von der Statistik her überlegt. Man wird älter, verdient mehr, leistet sich mehr, sieht mehr, weiss mehr. 0, 1, 2, 9 … 100, das ist die Richtung, in die er fokussiert. Ein Gläschen Champagner? Wenn er dann drei Tage keinen Alkohol trinkt: check! Bier auf Wein, das schenke dir ein (oder so). Er ist nicht so sprachaffin, aber ordnungsliebend. Zum Beispiel, wenn er die wilden Tiere, die er auf der Safari gesehen hat, in einer Excel-Tabelle vermerkt. Und 2019? Ist ja nur eine Zahlenkombination. (slm)


Der Scheisstyp: Der Kackhaufen gehört zu den Top-10-Emojis weltweit, zumindest bei Twitter. Erstaunlich genug, ist dies die einzige Oft-benutzt-Liste von den Dutzenden, die wir von den Lesern erhalten haben, in der dieses Symbol vorkommt. Man fragt sich, ob das für oder gegen unsere Leser spricht. Klar ist: Es passt zu uns Schweizern. Wie auch die restlichen Emojis, die für Ausgeglichenheit stehen: Herzküsschen, Party, Kleeblättchen oder Cüpli. Eine Schifffahrt auf dem Vierwaldstättersee. Eine hübsche, aber auch sehr konventionelle Seidenschleife um das Geschenk. Ebenso ein wohlverpacktes Herz. (dsa)


Der bodenständige Typ: Diese Liste schliesslich ist so was wie die Emoji gewordene Schweizer Mentalität. Und das ist nicht einmal negativ gemeint. Es gibt hier geordnete Zweisamkeit (Pärli), wohltemperierte Liebe (gelbes Herz), Glaube und Demut (zusammengehaltene Hände) und nüchterne Zustimmung (Daumen hoch). Spanien gehört zu den liebsten Feriendestinationen, und das Getreide zeigt Naturverbundenheit. Verdeutlicht wird das alles mit einer Prise Abenteuerlust (Fussstapfen) und, natürlich, dem Schweizer Fähnli. Darauf kann man auch mal mit einem Cüpli anstossen. Pröstli! Auch 2019 wird grundsolide. (dsa)

Das Bellevue-Team bedankt sich bei allen Leserinnen und Lesern, die Ihre Favoritenlisten eingeschickt haben. Wer den ersten Teil der Deutungen der oft benutzten Emoticons verpasst hat, der findet diesen unter diesem Link.

Erstellt: 10.01.2019, 16:34 Uhr

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