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Auf die Länge kommt es an

Wer keinen hat, existiert nicht: der Schatten. Facetten einer markanten Erscheinung zwischen Physik, Kultur und Politik, die auch Zürich prägt.

Schatten – der Existenznachweis, der dadurch entsteht, dass ein Gegenstand dem Licht im Weg steht und hinter sich einen unbeleuchteten Raum erzeugt. Foto: Urs Jaudas
Schatten – der Existenznachweis, der dadurch entsteht, dass ein Gegenstand dem Licht im Weg steht und hinter sich einen unbeleuchteten Raum erzeugt. Foto: Urs Jaudas

Schatten, was ist das? Anruf beim bekannten Zürcher Fotografen Willy Spiller; sein Studio an der Florhofgasse heisst «Licht & Schatten En Gros». Warum der Name? «Es ist das, was wir liefern», sagt Spiller. Der Schatten mache ein Ding körperlich, erklärt er, die Kartografen brauchten ihn darum, um das Relief einer Landschaft herauszuarbeiten. Das Gespräch über Schatten wird alsbald philosophisch: «Schatten bedeutet Existenz. Wenn einer keinen Schatten hat, gibt es ihn nicht. Der Schatten ist der Beweis, dass du existierst», sagt Spiller. Dazu passt Adelbert von Chamissos Märchenerzählung «Peter Schlemihls wundersame Geschichte» aus dem Jahr 1813. Der Protagonist lässt sich von einem grauen Herrn für unbegrenzt viel Gold den eigenen Schatten abhandeln. Bald erkennt Schlemihl, dass er sich aus der Gemeinschaft der Menschen ausgeschlossen hat. Die Leute fürchten sich vor ihm.

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