Caroline Fux, was halten Sie von Robotersex?

Mit 72 Fragen an Zürcher Persönlichkeiten und Institutionen startet das «Bellevue» ins neue Jahr. Teil II.

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2019 hat gerade begonnen, und wie jedes Jahr fragen wir uns: Was kommt da auf uns zu? Also ausser dem Sechseläuten im Frühling, dem Züri-Fäscht im Sommer und dem Weihnachtsmarkt im Winter. Wir wissen es leider auch nicht. Andere Zürcher Expertinnen und Experten hingegen schon, zumindest ein bisschen. Als Gegenpol zu all den Fragen, die man sich zum Jahresbeginn stellt, präsentieren wir auf dem «Bellevue» diese Woche Antworten. Viele Antworten. Auf wichtige und weniger wichtige, aber immer drängende Fragen.

Liebes Kunsthaus, wie geht es dir in Zeiten grosser Veränderungen?
Prächtig. Komme gut durch die Wechseljahre.

Wie bist du eigentlich mit dem Neubau verwandt?
Über vier Väter: Moser, Pfister, Müller, Chipperfield.

Hast du keine Angst, dass dich Zürich bald links liegen lässt?
Keine Chance, die Passage verbindet uns wie eine Nabelschnur.

Welches Werk würdest du nie, wirklich nie rübergeben?
«Das Höllentor», mein Selfie-Point.

Das Kunsthaus ist unser Kunsthaus.


Martin Suter, was ist das Geheimnis, das dem Reim innewohnt?
Der Reim sucht sich die Wörter selbst aus, mit denen er sich paart. Er ist der Vorgesetzte des Dichters und verbietet ihm, alles zu sagen, was er sagen will. Er macht ihm ein kleines oder gar kein Angebot, und dem Dichter bleibt meistens nur die Wahl, entweder nicht das sagen zu können, was er will. Oder es anders sagen zu müssen. Oder etwas ganz anderes zu sagen. Diese Einschränkung ist die Magie des Reims.

Was ist ein guter Reim?
Besser als der unvergleichliche Karl Kraus kann ich es nicht sagen: «Er ist das Ufer, wo sie landen, sind zwei Gedanken einverstanden.» Also besteht der Reim nicht nur aus zwei Wörtern, aus denen natürlich auch, aber auch aus den beiden Gedanken, die sie enthalten. Das ist das selten erreichte Traumziel.

Und was nicht?
Der zurechtgebogene, der mit Hilfswörtern gestützte und der, dem man anmerkt, dass er einzig des Reimes willen dasteht.

Was macht eigentlich Geri Weibel?
Er hat mit Aira eine Marina in der Karibik betrieben, doch das Schicksal will es nun, dass er nach Jahren wieder zurückkommt. Wie er sich hier wieder zurechtfindet, lesen Sie bald einmal im Monat auf martin-suter.com. Neben der zweimal im Monat wiederbelebten «Business Class» und anderen unveröffentlichten oder längst verschollenen Texten und anderen Fundstücken. Und warum nicht ab und zu ein paar Reimen?

Martin Suter war Werber, ist Autor und auf Twitter seit einiger Zeit Poet. @martinsutercom


Christian Dorer, Trump kommt wieder ans WEF: Welche Fragen werden Sie dem US-Präsidenten dieses Mal stellen?
Die erste Frage ist schon raus, und zwar per Brief: ob er uns dieses Jahr ein grosses Interview gibt.

Christian Dorer ist Chefredaktor der «Blick»-Gruppe. Er hat am vergangenen WEF von Donald Trump ein Autogramm ergattert – ihm aber keine seiner 80 vorbereiteten Fragen gestellt.


Gülsha Adilji, wie schaut Ihr Terminkalender für das nächste Jahr aus?
Bis Ende Februar bin ich noch mit meinem Schnägg auf den CH-Kleinkunstbühnen unterwegs, danach setze ich mich mit meinen Mitbewohnern zusammen, um endlich die Weltherrschaft anzuteigen.

Werden Sie im nächsten Jahr endlich erwachsen werden?
Ich hoffe es, aber bezweifle es sehr. Die Chancen stehen 70/30. Vermutlich eher 80/20. Okay, seien wir ehrlich: 90/10.

Gülsha Adilji ist Autorin und Moderatorin.


Caroline Fux, was halten Sie von Robotersex?
Ein Lieblingsthema der Medien. Ich finde, die Leute sollten lieber mehr über das diskutieren, was Robotersex symbolisiert und schon tatsächlich Teil unserer Realität ist. Beispielsweise sexuelle Würde, den Frust, sich nicht ausleben zu können, Bezahlsex, die Angst, bei echten Menschen nicht anzukommen, und vieles mehr. Aber es ist halt bequemer, über etwas noch eher Hypothetisches zu reden, statt konkrete Themen anzupacken.

Was machen all die Dating- und Sexplattformen mit uns?
Sie schenken den Leuten Chancen, haben aber wie alles andere auch ihre Kehrseiten. Wer sich nicht von Angeboten und Ideen einlullen lässt, die schlicht zu gut sind, um wahr zu sein, kann locker damit daten. Ich rate den Leuten einfach, im realen Alltag die Flirtmuskeln trotzdem weiter zu trainieren.

Brachte die rote Unterwäsche an Silvester Glück?
Nach einer persönlich von mir durchgeführten Testreihe kann ich sagen: Es ist absolut wurscht, was man in dieser Nacht trägt. Die Studie krankt aber sicher an ihrer kleinen Fallzahl.

Was bringt denn Glück?
Sich bewusst fürs Glück zu entscheiden.

Caroline Fux ist Psychologin und Beraterin in Sachen Sex und Liebe beim «Blick».


Karin Rykart, wünschen Sie sich manchmal eine Bodycam?
O ja. Es gab schon Sitzungen, da habe ich mich beim Gedanken ertappt, wie es wäre, wenn ich jetzt ankündigen würde, dass ich meine Bodycam einschalte.

Welches Bild haben Sie von der Polizei?
Ich habe kein starres Bild von der Polizei. Ich kann jetzt nach einem halben Jahr im Amt aber sagen, dass ich von der grossen Zahl der Einsätze und der Vielfalt der Aufgaben, welche die Stapo wahrnimmt, überrascht und beeindruckt bin.

Dürfen wir 2019 endlich mal mit dem Wasserwerfer fahren?
Auch wenn ich viele Entscheidungen treffen darf – mit diesem Anliegen sind Sie bei der VSI* definitiv am falschen Ort (*VSI, sprich Fausi = Vorsteherin Sicherheitsdepartement).

Die grüne Stadträtin Karin Rykart ist die VSI der Stadt Zürich.


Clive Bucher, sehen Sie Ihre Teilnahme an der Sendung «Bachelor» als Investment?
Die Teilnahme am «Bachelor» sehe ich als eine Lebenserfahrung.

Sie sind ein Selfmademan: Hat es Sie Überwindung gekostet, bei der Suche nach einer Liebe die Hilfe einer TV-Sendung in Anspruch zu nehmen?
Es war keine einfache Entscheidung für mich, beim «Bachelor» mitzumachen. Als ich aber die Zustimmung von meinen Mitarbeitern gekriegt habe, habe ich den Sprung gewagt.

Clive Bucher ist selbstständiger Investmentberater und war der Bachelor 2018.


Lieber Flughafen Zürich, freust du dich auf das Wiedersehen mit US-Präsident Donald Trump und der Air Force One?
Wenn meine alte Bekannte, die Air Force One mit ihrem mächtigen Passagier, auf meinen Pisten auflegt, ist das natürlich immer aufregend. Die Aufmerksamkeit und all die Erwähnungen auf Twitter machen mich dann aber fast etwas verlegen...

Welche Airline ist deine heimliche Liebe?
Liebe empfinde ich zu all den Airlines, die mich besuchen. Aber die mit dem Schweizer Kreuz sind halt schon etwas ganz Besonderes!

Ein Flughafen muss einfach immer funktionieren, aber wie sieht es eigentlich in dir drin aus?
Wie in einem Organismus: komplex und weitverzweigt. Mit der Erneuerung der Gepäcksortieranlage unterziehe ich mich gerade einer Operation am offenen Herzen.

Der Flughafen Zürich war früher einmal der Unique Zurich Airport. Das hat sich aber als unpraktisch herausgestellt.


Filippo Leutenegger, wie läuft es so in der Schule?
Ich besuche regelmässig die Schulen in der Stadt Zürich. Ihre grosse Integrationskraft beeindruckt mich jedes Mal. Allen Unkenrufen zum Trotz spüre ich beim Schulpersonal ein grosses Engagement und viel Freude in Bezug auf ihre Arbeit zugunsten unser Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern. Die Schulraumknappheit sowie die zunehmende Bürokratisierung müssen wir allerdings besser in den Griff bekommen.

Wie sieht Ihr Zeugnis aus?
Das müssen andere beurteilen. Eine konkrete Bilanz kann ich wohl frühestens Ende Schuljahr ziehen.

Ohne nachgucken: Was bedeutet «Exting»?
Wenn ich mich recht entsinne, bedeutet «Exting», dass jemand mit seinem Partner per SMS oder Whatsapp Schluss macht. Das ist unschön. Eine persönliche Aussprache ist in jedem Fall fairer und mutiger.

Filippo Leutenegger (FDP) ist Stadtrat und steht (ein bisschen wider Willen) dem Schul- und Sportdepartement vor.

Erstellt: 04.01.2019, 16:09 Uhr

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