Co-Working funktioniert auch auf Papier

Debra Bühlmann alias Frida Bünzli ist so etwas wie eine Botschafterin des Comics. Für ihren Streifen hat sie einen jungen Zeichner an Bord geholt.

Digital und analog finden sich: Andreas Lori und Debra Bühlmann. Video: Samuel Schalch

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Alt und Jung starten zusammen durch. Das ist das Konzept von «Start-up», dem Streifen von Debra Bühlmann und Andreas Lori. Bühlmann ist nicht alt (auch wenn sie ihr Pseudonym Frida Bünzli ­einige Jahre altern lässt). Aber das Konzept von «Start-up» lässt sich auch auf das Zeichnergespann unseres Donnerstagsstreifens übertragen.

Erfahren (61-jährig, macht seit 30 Jahren Comics) und weniger erfahren (33-jährig, macht seit 9 Jahren Comics) suchen eine Form der Zusammenarbeit. «Ich wollte das nicht als Einzelkämpferin machen», sagt Debra Bühlmann. Das Co-Working-Thema, ihre Ursprungsidee, sollte auch im Co-Working umgesetzt werden.

Also fragte sie Lori an, von dem sie wusste, dass er Erfahrung mit Streifen hatte – und bei dem sie schnell merkte, dass sie einen ähnlichen Sinn für Humor haben. Sie entwickelten gemeinsam Figuren, modellierten Protagonisten, formten Charaktere. Bis ihnen irgendwann Reto Schabziger und Ida vom Blatt entgegenäugten. Ein gemütlicher Mann mit Bauchansatz und Kapuzenpulli neben einem vifen Mädchen mit Knochen im Haar.

Auf der Suche nach der Magie

Im Gespräch wird Debra Bühlmann schnell zur Botschafterin ihres Mediums. «Der gelungene Comic», sagt sie, «muss nicht schreiben, was das Bild zeigt. Das Bild hingegen darf ohne den Text nicht funktionieren.» Das sei die Schwierigkeit – und gleichzeitig die Stärke: «Man erzählt über zwei Komponenten, die auf engem Raum funktionieren müssen. Wenn es zündet, dann hat der Comic etwas Magisches.» Dieser ­Magie, fügt sie an, werde leider immer mehr der Platz entzogen, aus vielen ­Publikationen seien die Comics verschwunden.

Wie funktioniert die Suche nach der Magie? Lori und sie würden viel «Bullshit» reden, sagt Debra Bühlmann. Dieser «Bullshit» müsse eine Nuance böser sein als ein dahinplätscherndes Geplauder. «Man nimmt alles, was man hat. Fetzen von Sachen, Schnipsel aus Zeitungen, Beobachtungen, und schüttet sie zusammen.» Daraus entstehe plötzlich etwas – eine Idee, deren Ursprung sich später nicht mehr rekonstruieren lässt. Magisch!

Damit «Start-up» auch nach Zürich aussieht, sammelte Bühlmann entsprechende Schnipsel. Sie besuchte Orte, an denen Start-ups nach Inspiration suchen: Co-Working-Spaces, Innovation-Hubs, das Büro Zürich, eine Tiefgarage, «schliesslich zeigt die Geschichte, dass in Garagen Grosses entstehen kann».

Eine ziemliche Büez

Ist eine Idee einmal da, dann gibt es ein Hin und Her. Andreas Lori macht Skizzen mit Dialogtexten, Debra Bühlmann entwickelt sie weiter. Noch sei das eine ziemliche Büez, meint sie: «Ich kenne die Figuren noch nicht gut genug, als dass ich sie auswendig zeichnen könnte.»

Noch seien sie auf der Suche: «Start-up» brauche einen ganz eigenen «Look and Feel». Etwas Skizzenhaftes, Frisches und Unfertiges wollen die beiden unbedingt beibehalten. Wird es zu perfekt, nehme es der Geschichte ihre Lebendigkeit. Das Beste für einen Comicstreifen sei Druck: «Der macht, dass man pointierter zeichnet und den Figuren ihre Ecken und Kanten lässt.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.01.2018, 22:03 Uhr

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