Der Spirit of Ireland wechselt kurz in den Kreis 11

Irland ist überall. Aber vor allem im Kreis 2. Das verrät ein Blick ins Telefonbuch und in die städtische ­Statistik. Diese Woche ist das Land zudem im Kreis 11 zu Gast.

Berührungspunkt mit der irischen Trinkkultur: Guinness-Bier. Foto: Getty Images

Berührungspunkt mit der irischen Trinkkultur: Guinness-Bier. Foto: Getty Images

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Die Grüne Insel! Nein, die Rede ist für ­einmal nicht vom Rieterpark im Kreis 2, sondern von Irland, der Republik Irland, um genau zu sein. Die Sache mit Zürich und Irland ist denn auch ziemlich kompliziert – besonders in diesen Tagen (und zwar noch bis Samstag). Da werden die Gesetzmässigkeiten dieser Beziehung gehörig durcheinandergewirbelt.

Normalerweise ist der Kreis 2 der irische Hotspot in der Stadt – diese Woche spielt Oerlikon allerdings eine wichtige Rolle. Zu den 34 Irinnen und Iren, die gemäss Statistik Stadt Zürich in Oerlikon wohnen, gesellt sich ein vielköpfiges irisches Ensemble mit Tänzern und Musikern hinzu: Die Tanzshow Irish Celtic ist im Theater 11 zu Gast. Sie verspricht nicht weniger, als den Spirit of Ireland nach Oerlikon zu bringen. Und daneben auch noch eine schöne Geschichte, untermalt von irischem Tanz, Dudelsack und entsprechendem Gefiedel.

70 Menschen, ein Konsulat

Dieser Geist ist vereinzelt auch sonst in der Stadt zu spüren. Immerhin leben 521 Irinnen und Iren hier. Zahlenmässig am stärksten vertreten sind sie im Kreis 2, dort leben 70 Irinnen und Iren, auch ihr Konsulat ist in diesem Stadtkreis untergebracht. Die Iren, denen gefällts hier (obwohl im vergangenen Jahr sechs weggezogen sind). Sicher wegen der grünen Insel im Kreis 2, aber auch wegen ausreichend vieler Schankstätten alleine für sie. Gemäss Telefonbuch gibt es in der Stadt sechs Irish Pubs; eines pro 86 irische Einwohnerinnen und Einwohner. Dort wird sicher auch der irische Exportschlager Guinness ausgeschenkt. Arthur Guinness hat die Biermarke 1759 gegründet. Sie ist für viele Zürcher regelmässiger Berührungspunkt mit der irischen Trinktradition.

Die Iren leben aber noch aus einem zweiten Grund besonders gerne in der weiteren Umgebung der Enge: Sie leben dort wegen Betty Bossi, wie wir vor einiger Zeit schon einmal (fast an dieser Stelle) enthüllt haben. Denn diese Betty Bossy, kurz BB oder Double B, hat das irische Nationalgericht erfunden! Den Irish Stew. Wer nach «Irish-Stew-Rezept» googelt, gelangt zu BB – und BBs Büro liegt im Kreis 2!

Für diese Woche hat es in Zürich ein Pub pro 74 Irinnen und Iren.

Betty Bossy, Irish Stew und Konsulat hin oder her: Für diese Woche verschiebt sich der irische Hotspot also Richtung Norden. Die «einzige Tanzshow mit eigenem Irish Pub» (Eigenwerbung) kommt im Rahmen ihrer Tournee für einige Vorstellungen ins Theater 11, sie spielen noch bis Samstag. Das heisst, für diese Woche hat es in Zürich ein Pub pro 74 Irinnen und Iren (das Ensemble nicht mitgezählt – ob die nach dem Tanzen noch trinken, ist sowieso fraglich). In diesem Pub, dem Irish Celtic, spielt die Geschichte dieses irischen Abends. Sie steppt vor allem: Der Tanz hat in der irischen Kultur eine besonderen Stellenwert. Das zeigt sich an der Institution der irischen Tanzkommission oder an der Tatsache, dass der Irish Dance mehrere Disziplinen umfasst. Etwa den Brush Dance oder den Sean-nós. Im Ensemble finden sich zudem einige der weltbesten Tänzer. Etwa Stacey Keary, die 14 Weltmeistertitel ertanzt hat. Oder Diarmuid Meade, ehemaliger Weltmeister im Sean-nós und so was wie ein Star der Szene – und der Show.

Reist die Tanzshow Ende Woche weiter, bleibt Zürich nicht Irish-Dance-frei: Es gibt mehrere Tanzschulen, in denen sich das Steppen erlernen lässt. Laut Informationen im Internet verfügt aber keine über ein eigenes Pub.

Irish Celtic: Lieder in Englisch, Erzählung in Deutsch; noch bis 23. April im Theater 11 Oerlikon. www.musical.ch

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.04.2017, 18:34 Uhr

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