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«Papa, wie ist dein Ei Fon Kot?»

Nur etwas wirkt noch direkter als Nachrichten auf dem Smartphone: Notizzettel von Kindern. Das zeigt ein Buch.

Amelie, 6 Jahre, beschwert sich bei Mama über ihren Bruder, 8 Monate. Foto: Heyne
Amelie, 6 Jahre, beschwert sich bei Mama über ihren Bruder, 8 Monate. Foto: Heyne

Es sind kleine Poetinnen der Nacht, so stellen wir sie uns vor, die morgens noch vor ihren Eltern aufstehen, die Küchenschublade nach Schreibmaterial durchwühlen, in Mamas Tasche einen Kugelschreiber finden, beim Bruder im Spielzimmer einen bald ausgetrockneten Filzstift erhaschen.

Die Poetinnen und Poeten setzen sich an ihr Pult, sie sind vielleicht sechs Jahre alt, acht oder neun, nur halb sitzen sie auf ihrem Stuhl, das Licht knipsen sie gar nicht erst an, weil sie jetzt dringend etwas zu erledigen haben, eine wichtige Mitteilung machen müssen. Der Paul hat nämlich wieder «in mainen Zima gekozo», zum Beispiel, «bite wisches ­sofoat auf». Der Ärger vom Vorabend ist nicht abgeklungen, im Gegenteil, er wächst zu zehn Ausrufezeichen heran, weil «Mattis und Eva-Lotta scheiss Aschlöcher!!!!!!!!!» sind. Das muss auch mal gesagt werden. Geht es dem Mädchen, das diese Zeilen geschrieben hat, jetzt besser? Hat es sich erleichtern können von der Wut, die es in der Nacht wach hielt?

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