Zum Hauptinhalt springen

Goldiges Glarus

Zurück in meiner Heimat, bin ich jeweils die schlechteste Version meiner selbst: ignorant und ungerecht mit jenen, die in Glarus geblieben sind. Was macht das Tal mit mir?

Glarus ist schön. Aber es ist niemand da, mit dem man sich darüber unterhalten könnte: Bänkli auf dem Gumen. Foto: Reto Oeschger
Glarus ist schön. Aber es ist niemand da, mit dem man sich darüber unterhalten könnte: Bänkli auf dem Gumen. Foto: Reto Oeschger

Der Bahnhof Glarus hat zwei Gleise. Eines ist für die Züge nach Glarus-Süd: Es führt in den hinteren, enger werdenden Teil des Tals. Das andere Gleis ist für die Züge nach Glarus-Nord. Es führt ins Unterland, das sich Richtung Linth­ebene und Zürich hin öffnet.

Als Kind war es einfach, sich zu orientieren: Der Zug auf Gleis 1 fuhr weiter ins Tal hinein. Den nahm meine Familie fast nie. Der Zug auf Gleis 2 fuhr aus dem Tal hinaus. Den nahmen wir oft – immer dann, wenn wir nach Zürich gingen. Bereits eine Viertelstunde später in Ziegelbrücke, wo wir auf den Anschlusszug umsteigen mussten, verlor sich diese Einfachheit. Da waren nicht mehr zwei, sondern sechs Gleise. An der Hand meiner Mutter fragte ich mich: Wie weiss sie, welcher Zug nach Zürich fährt?

Um diesen Artikel vollständig lesen zu können, benötigen Sie ein Abo.