Himmel, noch mehr Skybridges!

Sie verbinden Häuser, Büros, Wohnungen und Menschen: die schönsten Gebäudebrücken von Zürich. Auf diese 8 haben uns unsere Leser aufmerksam gemacht.

Zürich, Stadt der Skybridges – dieses Exemplar verbindet zwei Gebäude des Bezirksgerichts.

Zürich, Stadt der Skybridges – dieses Exemplar verbindet zwei Gebäude des Bezirksgerichts.

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Wir haben nach mehr Zürcher Skybridges gefragt. Sie, liebe Bellevue-Leser, haben geantwortet. Die schönsten Einsendungen präsentieren wir wie versprochen hier. Wir hatten grosse Freude an den vielen kleinen Geschichten über die Gebäudebrücken, die hierzulande allzu oft als «Passerelle» bezeichnet werden – was sie ihres futuristischen Erbes und ihrer romantischen Funktion beraubt.

Es sind Geschichten, wie jene über die Zürcher «Seufzerbrücke», wobei der Vollständigkeit halber an unsere Einführung ins Thema erinnert werden muss: Es ging um eine der berühmtesten und ältesten Skybridges, den Ponte dei Sospiri in Venedig, der vom Dogenpalast über den acht Meter breiten Rio di Palazzo hinüber zum Gefängnis führt. Die weisse Kalksteinbrücke, Mutter aller Skybridges, wird Seufzerbrücke genannt, wegen der langgezogenen stimmlosen Klagelaute, die die Verurteilten hier beim Gang in die Haft oder zur Exekution ausgestossen haben sollen.

Jelmoli
Was es mit den Seufzern in der Brücke beim Jelmoli auf sich hat, weiss Heidi Hard aus Thalwil. Man sieht die Jelmoli-Passe relle, wenn man von der Sihlstrasse Richtung Bahnhofstrasse geht und links zum Jelmoli-Parkhaus schaut. Auch diese Brücke nannten sie «Seufzerbrücke», die Angestellten bei Jelmoli, dies insbesondere dann, wenn sie von der Personalabteilung auf der anderen Seite der Brücke zurückkamen und wieder keine Lohnaufbesserung in Aussicht war.

Zwicky Süd
Diese zwei spektakulär hoch oben verlaufenden Gebäudebrücken wurden erst 2016 gebaut. Sie befinden sich ännet dem Zürichberg, in der Siedlung Kraftwerk1 auf dem Areal Zwicky Süd. Die Bewohner Myrtha und Bernard Garon machen auf die filigranen Brücken zwischen den verschachtelten Gebäuden aufmerksam, auf denen Kinder auf Trottinetts hin und her flitzen, und wo in luftiger Höhe auch einmal Wäsche zum Trocknen hängen kann.

Steinfelsareal
Anita Diener aus Zürich kommt zum Thema Skybridge Zürich-West in den Sinn. Obwohl hier die höchsten Häuser der Stadt stehen, sieht man keine Skybridge, oder zumindest nicht auf den ersten Blick. Denn sie ist zu gross, um sie als solche zu erkennen. Auf einer Länge von 160 Metern zieht sich der sogenannte «Wolkenbügel» über die Bauten an der Heinrichstrasse, das Cinemax-Gebäude und Zürich Business School. Dabei formt sie eine 60 Meter lange Brücke, darin Büros und dreigeschossige Wohnungen.

Bezirksgericht
Auch dieser streng unterteilte Riegel ist vermutlich eine Seufzerbrücke: Die Gebäude an der Wengistrasse 28 und 30 am Bezirksgericht sind verbunden, wie unser Gerichtsreporter Thomas Hasler bemerkt. Ob hier Verurteilte oder Mitarbeiter hin- und hergehen entzieht sich leider unserer Kenntnis.

Gessnerallee
Deses Bild schickt uns Bernhard Fuchs aus Langnau. Es entstand anlässlich des «Theater in allen Räumen» im Januar 2009. Das Festival verwandelt das Theater der Künste an der Gessnerallee jeweils für zwei Tage in eine Bühne, was kreatives Chaos an vielfältigen Orten bedeutet: Theater auf und neben der Bühne, im Lift, auf den Gängen, im Umkleideraum, auf den Toiletten und eben, in der Gebäudebrücke.

Universitätsspital
Diese Skybridge hat etwas von Jules Verne, «50 Meter unter der Glaskuppel» statt «20000 Meilen unter dem Meer» zwar nur, aber sie ist einfach cool. Und sie geht hinter dem Gebäude links sogar noch weiter. Auf Google Maps sieht man es, ein Luftbild konnten wir uns jedoch nicht leisten. Die Brücken verbinden übrigens die Trakte Küche und Pathologie über die Sternwartstrasse. Somit müssen Mitarbeitende in der Kernzone des Spitals das Gebäude nicht verlassen, wenn sie ins Personalrestaurant wollen.

Bahnhof Altstetten
Die Credit Suisse hat zwei Skybridges in der Innenstadt, die UBS sogar drei. Das lässt Julius Bär nicht auf sich sitzen und baut sich wenigstens eine an der Hohlstrasse. Sie erinnern sich: Skybridges sind einfach praktisch. Aber auch ein Statussymbol - wie das Auto, nur fussgängerfreundlicher.

Hotel Marriott
Hochhäuser aus den Siebzigerjahren sind bei den Zürchern am wenigsten beliebt, wie eine Umfrage dieser Zeitung kürzlich ergeben hat. Vielleicht deshalb hat sich das Marriott 1990 nicht in die Höhe erweitert, sondern bescheidener über die Wasserwerkstrasse hinweg in den neueren Nordtrakt. Dies aber nicht minder spektakulär: Die «Passerelle», die Nord- und Hauptgebäude verbindet, ist 35 Meter lang und überquert drei Autospuren.

Erstellt: 21.04.2019, 23:53 Uhr

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