«Ich schalte das Handy nie aus»

Fragebogen zum Dritten: Maja Ingold (EVP) erklärt, weshalb sie nicht häufiger Spaghetti bolognese kocht und warum sie Zwingli bewundert.

«Kinder sind die grössten Glücksbringer», findet Maja Ingold. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

«Kinder sind die grössten Glücksbringer», findet Maja Ingold. Foto: Ennio Leanza (Keystone)

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1 Wo zeigt sich Ihre Eitelkeit?
Meine Kinder fragten mich mehrmals: «Werum machsch nid meh Spaghetti bolo?» Meine Eitelkeit verbietet mir das nicht besonders raffinierte Menü, obwohl ich Spaghetti mag.


2 Was haben Sie immer in Ihrem Kühlschrank?
Verschiedene Käse und Salat.


3 Welches Talent hätten Sie gern?
Konzentriert einer französischen Debatte folgen und gleichzeitig einen eigenen Text mit anderem Inhalt entwerfen zu können.


4 In welcher Situation wären Sie lieber ein Mann?
Unterwegs in der Nacht allein in urbanen Zentren. Da fände ich es einfacher als Mann, aber das kommt selten vor, letztes Mal spät abends in Paris vom TGV-Bahnhof mit der Métro zu einer Station mit mehreren Ausgängen und einem Hotelnamen in der Hand.


5 Das liebste Kleidungsstück in Ihrem Schrank?
Eine in einem indischen Atelier gefertigte Seidenjacke mit Fair Wear Label aus exklusivem Stoff.


6 Wann haben Sie das letzte Mal bedauert, Ihr Handy nicht ausgeschaltet zu haben?
Ich schalte es nie aus und lasse mich von Mitteilungen oder Anrufen nicht gross stören.


7 Ihr Lieblingssong? Und warum?
Das habe ich nicht, viel mehr bedeutet mir ein Tango, der mich zwischen Flow und rhythmischer Spannung bewegt und belebt.


8 Wohin gehen Sie in der Stadt, wenn Sie alleine sein wollen?
In eine Kirche, da ist meist meditative Ruhe und die Atmosphäre einer Heiligkeit, einmal mehr innig, einmal mehr erhaben.


9 Eindrücklichste Zürcher Figur, lebend oder tot?
Zwingli, dessen 500-jähriges Reformationsjubiläum wir demnächst feiern. Zwingli übersetzte die Bibel und sagte den Leuten: Lest sie selber! Das war ein Schritt zum demokratischen Staat.


10 Welche Partei würden Sie wählen, wenn es Ihre eigene nicht gäbe?
Wenn die Grünliberalen mehr Ohr hätten für soziale Nöte, dann wäre das die Alternative.


11 Wie lange brauchen Sie nach den Ferien, bis Sie sich in Zürich das erste Mal nerven – und worüber?
Ich ärgere mich vielleicht eher vor den Ferien, weil die noch verfügbare Zeit nicht mehr reicht, Arbeiten abzuschliessen nach Wunsch, aber da kann Zürich nichts dafür.


12 Wann haben Sie das letzte Mal getanzt?
Viel zu oft habe ich mich mit Freunden unterhalten statt auf der Tanzfläche mich in der Musik zu vergessen, aber es soll sich ändern.


13 Sie stecken im Lift fest: Welchen politischen Gegner wünschen Sie sich als Gesellschaft?
Politischer Gegner hin oder her, ich brauche dann vor allem jemand, mit dem ich unseren Ausstieg planen kann.


14 Verdienen Sie genug? Und wieviel?
Ich verdiene das, was man als Nationalrätin verdient, steuerbar zirka 60'000 Franken, mir reicht das, ich bin keine Familienernährerin.


15 Wann findet einen das Glück?
Es fällt einem zu, wenn man Augen und Ohren offen hält, es aber nicht sucht.


16 Weshalb sind Sie keine Veganerin?
Ich wirke seit vierzig Jahren lustvoll in der Küche ohne Produkteverbote. Warum sollte ich mich einem Trend anschliessen, der mich ideologisch nicht überzeugt und nicht zu mir passt?


17 Welchen Sinn sehen Sie darin, Kinder auf die Welt zu bringen?
Einen Beitrag zu leisten für eine Welt von morgen, sich einreihen in das Stirb und Werde des Lebens. Aber viel einfacher: Kinder sind die grössten Glücksbringer.


18 Gibt es einen Zürcher Politiker, dessen Rückzug aus der Politik Sie mit Hoffnung erfüllen würde? Oder halten Sie keinen für unersetzbar?
Man altert in politischen Mandaten, ohne dass man es inne wird. Alle sind ersetzbar und sollten nach ein paar Amtsdauern unverbrauchten innovativeren Kräften Platz machen.


19 Sie haben drei – politische – Wünsche frei: Welche und in welcher Reihenfolge (Stichworte genügen)?
EVP mit Fraktionsstärke im Nationalrat; pragmatische Politik statt Programmpolitik; Demokratie nicht übernutzen.


20 Erzählen Sie uns einen Witz!
Ich lasse mir gern Witze erzählen, vergesse sie aber wieder.

Erstellt: 15.09.2015, 16:20 Uhr

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