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Im Hinterhof des Zürcher Lebens

Der Zürcher Rob Gnant gilt als Van Gogh der Fotografen, weil er soziale Anliegen mit Ästhetik verknüpfte.

Werner Schüepp
1955, Strandbad Lido in Luzern: Junge Männer springen nach einem Ball. Gnant gehörte nie zu ihnen. Er erinnert sich: «Der Eintritt in den Lido kostet 40 Rappen. Das konnte ich mir nicht leisten. Im Freibad war das Baden auch schön.»
1955, Strandbad Lido in Luzern: Junge Männer springen nach einem Ball. Gnant gehörte nie zu ihnen. Er erinnert sich: «Der Eintritt in den Lido kostet 40 Rappen. Das konnte ich mir nicht leisten. Im Freibad war das Baden auch schön.»
Rob Gnant (Fotostiftung Schweiz)
1964, Zürcher Hauptbahnhof: Italienische Gastarbeiter an einem Sonntag. Das Bild erschien als Teil einer Reportage unter dem provokanten Titel: «Die Schweiz im Expo-Jahr. Kein Platz mehr für die Eidgenossen?»
1964, Zürcher Hauptbahnhof: Italienische Gastarbeiter an einem Sonntag. Das Bild erschien als Teil einer Reportage unter dem provokanten Titel: «Die Schweiz im Expo-Jahr. Kein Platz mehr für die Eidgenossen?»
Rob Gnant (Fotostiftung Schweiz)
1958, Italien: Papst Pius XII stirbt. Nur 20 Leute, vor allem Geistliche und Ordensschwestern, wurden von der Schweizergarde ins Sterbezimmer vorgelassen. Der 19. war Rob Gnant. Das Bild zeigt Nonnen, welche die Nachricht des Todes aus der Zeitung erfahren.
1958, Italien: Papst Pius XII stirbt. Nur 20 Leute, vor allem Geistliche und Ordensschwestern, wurden von der Schweizergarde ins Sterbezimmer vorgelassen. Der 19. war Rob Gnant. Das Bild zeigt Nonnen, welche die Nachricht des Todes aus der Zeitung erfahren.
Rob Gnant (Fotostiftung Schweiz)
1951, Babykurs für Väter in Zürich: Rob Gnant wurde mit 19 Jahren Vater. Da er nach damaligen Recht noch nicht mündig war, kam sein Sohn unehelich zur Welt.
1951, Babykurs für Väter in Zürich: Rob Gnant wurde mit 19 Jahren Vater. Da er nach damaligen Recht noch nicht mündig war, kam sein Sohn unehelich zur Welt.
Rob Gnant (Fotostiftung Schweiz)
1960, Kongresshaus Zürich: Die Schlagersängerin Conny Froboess wartet hinter den Kulissen auf ihren Auftritt.
1960, Kongresshaus Zürich: Die Schlagersängerin Conny Froboess wartet hinter den Kulissen auf ihren Auftritt.
Rob Gnant (Fotostiftung Schweiz)
1956, Biel: Rock'n'Roll heisst das neue Lebensgefühl, das auch in der Schweiz die junge Generation durchschüttelt.
1956, Biel: Rock'n'Roll heisst das neue Lebensgefühl, das auch in der Schweiz die junge Generation durchschüttelt.
Rob Gnant (Fotostiftung Schweiz)
1960, Blochmontag, Urnäsch, Herisau: Im Lauf seiner Karriere fotografierte Rob Gnant viele Schweizer Volksbräuche. Sie erschienen ihm eigentlich fast immer als tief melancholisch.
1960, Blochmontag, Urnäsch, Herisau: Im Lauf seiner Karriere fotografierte Rob Gnant viele Schweizer Volksbräuche. Sie erschienen ihm eigentlich fast immer als tief melancholisch.
Rob Gnant (Fotostiftung Schweiz)
1961, Albisrieden: Ein Blick in den Hinterhof einer typischen Arbeitersiedlung im Westen von Zürich.
1961, Albisrieden: Ein Blick in den Hinterhof einer typischen Arbeitersiedlung im Westen von Zürich.
Rob Gnant (Fotostiftung Schweiz)
1963, Zürich: Momentaufnahme aus dem Alltag im Schlachthof.
1963, Zürich: Momentaufnahme aus dem Alltag im Schlachthof.
Rob Gnant (Fotostiftung Schweiz)
1961, Albisrieden: In diesem Jahr entstand Gnants eindrückliche Reportage über den Umzug einer Familie aus dem Langstrassenquartier ins damals moderne Altstetten.
1961, Albisrieden: In diesem Jahr entstand Gnants eindrückliche Reportage über den Umzug einer Familie aus dem Langstrassenquartier ins damals moderne Altstetten.
Rob Gnant (Fotostiftung Schweiz)
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«Mein gefährlichster Auftrag?» Rob Gnant runzelt die Stirn. Er habe mit seiner Kamera eigentlich meist ungefährliche Standorte gewählt. «1952 war dies allerdings anders.» Er arbeitete in Belgien in einem Altersheim. Viel brennender interessierte ihn allerdings ein in der Nähe gelegenes Kohlebergwerk. «Fotografieren war dort strengstens verboten. Aber ich wollte unbedingt diese Kohlengrubenatmosphäre einfangen.» Also meldete er sich zum Kohleabbau. «Um das Verbot zu umgehen, versteckte ich meine Kamera im Brotsack.» Die Flöze lag in etwa 1000 Meter Tiefe, Gnant fotografierte untertags, wo er konnte. Nur im Stollen nicht, da war der Staub zu dicht, das Licht zu spärlich. Zurück in der Schweiz interessierte sich niemand für die Bilder. Zu trist, zu negativ, zu schwarz, hiess es. Die Zeitschrift «Du» veröffentlichte schliesslich die Fotos aus dem belgischen Borniage. Ein erster Erfolg für den jungen Fotografen.

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