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Ein subversiver Kunstunterricht

Auf der Plattform «Dada Data» werden einen Monat lang jeden Freitag neue «Hacktions» lanciert. Die anarchistischen Interventionen zeigen, wie Dada heutzutage funktionieren kann.

«Jede Ordnung ist der erste Schritt in neuerliches Chaos.»

Auch wenn das bislang nicht bestätigt wurde, liegt die Vermutung doch nahe, dass dieses Bonmot von Albert Einstein den Kuratoren und Gestaltern der interaktiven Plattform «Dada Data» als kreativer Leitfaden gedient hat.

Die Einstiegsseite des Portals wirkt für dadaistische Verhältnisse nämlich erstaunlich aufgeräumt und «ruhig», man vermag gar eine gestylte, zeitgemässe Ästhetik zu erkennen. Fängt man jedoch an, den Cursor zu bewegen, gerät die geordnete Struktur rasch ins Wanken: Quasi aus dem Nichts tauchen Buchstaben und Pop-up-Fenster auf, Themenblöcke verschieben sich wie von Geisterhand – und man beginnt zu ahnen, dass jedes tiefere Ein- und Vordringen in dieses kulturelle Lernprogramm nicht zur spirituellen Erleuchtung («O mein Gott und heureka! – endlich begreif ich, was Dada ist!»), sondern zur temporären Konfusion führen dürfte; dass man Dinge sehen wird, die man nicht versteht . . . oder, das wäre dann fast noch grenzwertiger: dass man Dinge versteht, die man gar nicht sieht.

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