Parkieren Sie noch, oder parken Sie schon?

In jeder Zürcher Parklücke steckt ein Park – man muss die Fläche nur umnutzen. Umverkehr will am Freitag die Stadt eine Weile lang neu einrichten.

Parklücken sollen am Parking Day anderweitig genutzt werden.

Parklücken sollen am Parking Day anderweitig genutzt werden. Bild: Urs Jaudas

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In jeder Parklücke steckt ein Park – man muss die Fläche nur entsprechend nutzen. Mit dieser Idee will Umverkehr die Stadt eine Weile lang neu einrichten.

Aktionstag Läuft alles nach Plan, dann schnellt am Freitag die Zahl der Pärke in der Stadt Zürich in die Höhe. Und nicht nur in Zürich: Der Parking Day, in der offiziellen Schreibweise steht das ing in Klammern, ist eine weltweite Bewegung, die seit 13 Jahren jeden dritten Freitag im September stattfindet. Dann werden in den Städten Parkplätze jeweils zu autofreien Zonen. Initiiert wurde der Tag 2005 von Kreativen in San Francisco.

In Zürich «verwalten» Mitglieder von Umverkehr den Parking Day. Es gehe darum, schreibt der Verein in einer Mitteilung, einen Teil des öffentlichen Raums zu besetzen und Parklücken vorübergehend zu zugänglichen Zwischenräumen zu machen. Damit will Umverkehr Aufmerksamkeit schaffen für eine «andere Nutzung» von Strassen und Plätzen. «Die Aktionen am Parking Day zeigen, wie stark der öffentliche Raum in unseren Städten durch Autos dominiert wird», schreibt Umverkehr.

Was im Rahmen dieser kurzfristigen Umnutzungen auf den Parkplätzen passiert, ist der Kreativität der Umnutzer überlassen. Natürlich gibt es Ideen – eine entsprechende Liste zur Inspiration findet sich im Internet. Dazu gehört zum Beispiel:

Man kann an der Kanzleistrasse 56 bei Umverkehr um 9 Uhr in einer Gartenoase verweilen und «Eile» mit Weile spielen (eine Variante davon spielen Autofahrer schliesslich jeden Tag in der Stadt: Man ist in Eile, es hat Stau, und so wird man zur Weile gezwungen).

Gratiskaffee an der Kanzleistrasse 95.

an der Röschibachstrasse 68 kann man Tee trinken und mit Kreide am fehlenden Velostreifen malen.

Man könnte Yoga machen und im Verkehr nach innerer Ruhe suchen.

Der andere Nahverkehr: Einen freien Parkplatz als Kuschelplatz nutzen.

Man könnte eine Speakers Corner einrichten und über Theodor Froebel referieren. Der Mann war als Kunstgärtner und Landschaftsarchitekt enorm an der Verschönerung unserer Stadt beteiligt. Er gestaltete etwa den Alten Botanischen Garten.

Ziviler Ungehorsam nötig

Wer nun schon die 7.50 Franken für zwei Stunden Parkplatz in der Innenstadt abgezählt hat, den muss Umverkehr enttäuschen. «Einfach ein Parkticket lösen» reiche nicht. Ein Parkplatz ist zum Parkieren vorgesehen, auch eine kurzfristige Umnutzung brauche deshalb eine Bewilligung. Aber: «Ein Wandel der Gesellschaft», schreibt Umverkehr, sei oft mit «zivilem Ungehorsam» verbunden. Genausoviel ziviler Ungehorsam: Wenn die Polizei auftauche, dann sei das Parkfeld zu räumen.

Eine Bitte hätten wir noch: Besetzen Sie nach Möglichkeit Parkplätze, die Fahrprüfungsexperten dazu verleiten könnten, von ihren Prüflingen ein Parkmanöver seitwärts zu verlangen. Lernfahrende mit Prüfungstermin 21. September danken Ihnen im Voraus. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.09.2018, 13:10 Uhr

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