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So kriegen Sie den Dreh raus

Filme machen in Zürich? Wer unbedingt Teil der Filmszene werden will, lernt hier das Abc der Branche. Und eine Urban Legend.

«Bitte»: Kurz bevor eine Szene gedreht wird, bittet die Regieassistentin jeweils das gesamte Team um Ruhe. Foto: Getty Images
«Bitte»: Kurz bevor eine Szene gedreht wird, bittet die Regieassistentin jeweils das gesamte Team um Ruhe. Foto: Getty Images

Auflagen; viele

In Zürich wurden und werden zwar viele Filme gedreht. Trotzdem gilt die Stadt in der Filmbranche als ein Drehort voller Vorschriften. Bis zu sechs Dienststellen reden mit, die bewilligen und die kontaktiert werden müssen: Kreischefs, die Gewerbepolizei, die Verkehrsbetriebe, das Sportamt, Grün Stadt Zürich und die Abteilung Immobilien. Wer in Zürich dreht, muss Gebühren für Parkplätze oder Absperrungen bezahlen. Zudem sollen Kinder öffentliche Spielplätze auch während weniger Drehstunden uneingeschränkt nutzen dürfen, und Aufnahmen in einem Park sind heikel, da der öffentliche Raum zugänglich bleiben muss oder der Schutz von Bäumen und Pflanzen vorgeht.

«Bitte»; Aufforderung

Kurz bevor eine Szene gedreht wird, bittet die Regieassistentin jeweils das gesamte Team um Ruhe und Aufmerksamkeit. Das höfliche «Bitte!» signalisiert den Schauspielerinnen und allfälligen Statisten, dass die Aufnahmen in diesem Moment starten.

Einstellung, die

Die Grösse der Einstellung ergibt sich aus der Distanz der Kamera zum aufgenommenen Objekt. Die Einstellungen reichen von der Supertotalen (Weitwinkel-Ansicht) über Halbnah (Porträt) bis zum Detail (Intimität vermittelnder kleiner Ausschnitt).

Filmriss, der

Synonym für eine gelöschte Erinnerung. Herkunft ungewiss. Im alle Tabus brechenden Magazin «Vice» heisst es dazu: «Auf dem Badezimmerboden deiner Eltern aufwachen, sich nackt auf einer Wiese wiederfinden, in einem fremden Bett, in der Polizeistation – ich erspare dir jetzt mal weitere Filmrissgeschichten. Du kennst sicher mehr als genug davon.» Die eine oder andere Situation gäbe eine gute Anfangsszene für einen Film her.

Selbstbewusstsein, das

An einem Podium des Vereins Zürich für den Film sagte Stadtentwicklerin Anna Schindler einst: «Wir wollen eine Filmstadt sein.» Eine Filmstadt, die ­Cinecittà, gibt es bereits im Südosten von Rom – ein Filmstudio-Komplex, der 1937 durch Benito Mussolini eröffnet wurde.

Statistin, die

Ich, du, er, sie – jede und jeder kann eine Statistin, ein Statist sein. Manchmal erhalten Statisten für ihre Arbeit auch Geld; für einen Kurzauftritt können das rund 20 Franken, für einen Tageseinsatz 60 Franken sein. Und manchmal haben Statistinnen auch komplexe Aufgaben zu bewältigen. Etwa stumm mit anderen ein angeregtes Gespräch zu führen – um die Protagonisten nicht mit ihrem Gerede zu übertönen.

Tatort, der

Nach Luzern wird der neue «Tatort» in Zürich spielen – und ab Ende dieses Jahres in Affoltern in Zürich-Nord gedreht werden.

Webadresse, die

Auf www.filmzurich.ch bietet die Film Commission Zurich Infos rund um den Dreh. «Wir holen mit den lokalen Behörden und lokalen Dienstleistern die besten Deals heraus», steht auf der Website. Die Film Commission verfügt über eine Motiv- und Branchendatenbank und sieht sich als Kommunikations- und Vermittlungsdrehscheibe, sowohl in der Stadt als auch im Kanton Zürich.

Xenix, (Ich)

Das Xenix, eine wichtige kulturelle Institution, was nicht kommerzielles Kino betrifft, befindet sich seit 1984 an seinem heutigen Standort auf dem Kanzleiareal. Der Name, so steht es auf der Website, gemahnt an das autonome Amsterdamer Kleinkino Xinema Xinix und sei ein «ironisches Wortspiel». Dies könnte der Hinweis auf folgende Urban Legend sein: dass «Xenix» von «(Ich) xeh nix!» herrühre.

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