Vuitton und Viagra

Wer kein Geld hat für Statussymbole, kauft sich trotzdem welche: gefälschte. Am Zoll des Flughafens bleiben Tausende hängen.

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Wenn Schweizerinnen und Schweizer vom Jetset-Leben träumen, denken sie an Louis-Vuitton-­Taschen. Nach keinem anderen Luxusgut sehnen sich so viele.

Das zeigt sich am Flughafen Zürich. Jedes Jahr beschlagnahmen die Zöllner Hunderte gefälschte Markentaschen. «Ein grosser Teil sind Louis-­Vuitton-Imitationen», sagt der stell­vertretende Zollleiter Miroslaw Ritschard.

Aber auch andere Marken erwischt es. «Alles, was teuer ist, wird gefälscht», sagt Ritschard. Von den Strandferien bringen Reisende neben der gebräunten Haut auch verbotene Souvenirs mit: ­falsche Markenportemonnaies, Kleider, Uhren, Parfüms, Handys.

Auch viel gefälschte Ware, die via Internet aus dem Ausland bestellt wird, kommt über Kloten ins Land. In den Päcklein entdecken die Flughafen­zöllner neben Kleidern und Taschen vor allem nachgeahmte Medikamente. Am häufigsten sind es Potenzmittel, ­gefolgt von Muskelaufbau- und Schlankheitspräparaten. «Was da genau drin ist, weiss niemand», sagt Ritschard.

Das Stöbern lohnt sich

Im letzten Jahr stiessen die Flughafenzöllner auf 2950 Markenfälschungen. Alles finden sie nicht, sie beschränken sich auf Stichproben. Die Erfahrung lehrt aber, wo sich das Stöbern lohnt; etwa bei Ferienfliegern aus der Türkei oder Thailand. «In diesen Ländern wird viel gefälschte Ware verkauft.»

Die Qualität der Raubkopien unterscheidet sich stark. Manche seien so stümperhaft ausgeführt, dass sie schon «beim Anschauen auseinanderfallen», sagt Ritschard. Andere seien derart professionell gemacht, dass der Zoll bei den Herstellern nachfragen muss.

Wer mit einem gefälschten Produkt erwischt wird, muss es am Zoll abgeben. Der Kaufpreis ist verloren. «Einige ­Erwischte behaupten, sie hätten nicht ­geahnt, dass es sich um eine Fälschung handle», sagt Ritschard. «Aber das wirkt meist unglaubwürdig.» Originale Luxus-uhren würden nun mal nicht für 50 Franken am Strand verkauft.

Besteht der Verdacht, dass mit den Fälschungen gehandelt wird, informiert der Zoll die Markeninhaber. Manche ziehen die Importeure der Raubkopien vor Gericht. Das kann dann teuer werden.

Benötigt der Zoll gefälschte Güter nicht mehr als Beweis, lässt er sie vernichten. Vom erträumten Luxus bleibt nur ein Häufchen Asche übrig.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 09.08.2017, 08:23 Uhr

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