Werden Sie Wespendompteur!

Hausmittelchen gegen lästige Wespen und Insektenstiche? Hier die besten Antworten der Leserinnen und Leser.

Findet eine Wespe etwas zu fressen, gesellen sich bald weitere dazu.  Foto: iStock

Findet eine Wespe etwas zu fressen, gesellen sich bald weitere dazu. Foto: iStock

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Hans-Ulrich Thomas ist Mitautor des «Schweizerischen Bienenbuchs», des Standardwerks für Imker, und kennt sich auch mit Wespen aus. Er sagt: «Sie sind dieses Jahr wirklich lästig.» Und was tut er dagegen? Seine Antwort ist pragmatisch: «Wenn sie überaus stören, bleibt nichts anderes übrig, als sie umzubringen.» Er hat auch ein Rezept für eine Wespenfalle, die für die Tiere einigermassen schonend ist. Ein Anliegen hat der Imker aber: «Keine stark zuckerhaltigen Lösungen verwenden, denn diese ziehen auch Bienen an.»

Die Wespenfalle

  • Oberen Teil einer PET-Flasche (1,5 l) abschneiden und umgekehrt in den unteren Teil stülpen.
  • Einen halben Liter Süssmost, Bier oder gärenden Fruchtsaft mit drei Esslöffeln Essig versetzen und einfüllen.
  • Einige Tropfen Abwaschmittel bei­fügen. Dann zappeln die Wespen nicht lange herum, sondern ertrinken sofort.

Dieses Rezept deckt viele der Vorschläge ab, welche Leserinnen und Leser uns zukommen liessen, weil wir nach Mitteln gegen Wespen fragten.

Mit Wasser besprühen

Einige Leser machen gute Erfahrungen, wenn sie die Wespen mit Wasser besprühen. Hans Eicholz aus Thalwil schreibt: «Eine Sprühflasche mit Wasser (evt. Weisswein) bereithalten und zufliegende Wespen damit besprühen. Die sind wie gelähmt.» Tonia Bieri weiss auch weshalb: «So gibt man ihnen das Gefühl, es regne. Dann verschwinden sie, denn sie haben nicht gern nasse Flügel.» Markus Zimmermann aus Zürich ergänzt: «Einfach, kostenlos, wirkungsvoll und für das Insekt unschädlich. Und auch etwas unterhaltsam – es bleibt ein kleines Erfolgserlebnis.» Das funktioniere tatsächlich, sagt Experte Hans-Ulrich Thomas. Wenn allerdings ein Nest in der Nähe sei, seien die nächsten Wespen schnell wieder zur Stelle.

Wespen umleiten

Viele Leser empfehlen, die Wespe mit wespenspezifischen Leckerbissen abzulenken, damit sie sich nicht mit den Menschen an den Tisch setzen. Geraten wird zu aufgeschnittenen Weintrauben, Sirup, Schinken oder Knochen. «Meine Wespen werden etwas abseits im Garten gefüttert», schreibt Elisabeth Zeller aus Zürich. «So stören sie uns nicht, und wir erscheinen nicht auf dem wespischen Speiseplan.» Hans-Ulrich Thomas meint dazu: «Ausprobieren!» Allerdings bestehe die Gefahr, dass damit noch mehr Insekten angezogen würden. «Die Bienen rufen ihre Gefährten mit einem Schwänzeltanz herbei.» Bei den Wespen gebe es «Späher», die Futterquellen suchten und frühere Futterstellen wieder fänden. «Ausprobieren!», sagt er auch zu dem Trick mit den auf dem Tisch gelegten Kupfermünzen. Es gibt zwei Thesen, weshalb diese nützen: der Glanz und der Geruch des Metalls. Fachleute tendieren zur Aussage: «Nützt nichts.»

Wespen dressieren

Leser Werner Graf steuert den Begriff «Wespendompteur» bei. Wespen bekunden offenbar Mühe, präzise zu navigieren, wenn die Umgebung in Bewegung ist. Also: «Die Hände offen vor sich halten und ganz langsam hin und her schwenken. Das stört die Wespe, ohne sie aufzuregen, und sie fliegt weiter.» Dressiert muss aber eigentlich der Mensch werden: «Nicht herumfuchteln! Ganz ruhig bleiben», schreiben viele Leser. Oder: «Mit den Wespen Frieden schliessen», rät wiederum Werner Graf. «Die Erkenntnis, dass die Wespen eigentlich nichts gegen mich haben, hilft enorm.» Er spricht einer Leserin aus Volketswil aus dem Herzen: «Es ist wie bei den Menschen, verärgert man sie, wehren sie sich zu Recht. Also ruhig Blut!», schreibt Brigitte Waespe. Sie vermerkt hinter ihrem Namen in Klammern: «Ab und zu auch mit Stachel.»

Kühlen oder wärmen?

Ein eigentlicher Graben tut sich unter unserer Leserschaft auf, wenn es um Tipps für die wirksame Behandlung von Wespenstichen geht: kühlen, sagen die einen, wärmen die andern. Beide haben damit recht: Wird die Einstichstelle erwärmt, zersetzt sich das Gift. Dies nützt allerdings nur, wenn dies unmittelbar nach dem Einstich geschieht, sodass das Gift seine Wirkung noch nicht ent­falten konnte. Gegen den Schmerz und gegen das Anschwellen aber nützt ­Kühlen.

Gift absaugen

Barbara Eidenbenz aus Zürich rät zum Gebrauch einer Unterdruckpumpe (beispielsweise Aspivenin), mit der das Gift abgesaugt werden kann. Sie hat vor Jahren ihrem damals 8-jährigen Sohn, der sich in ein Wespennest gesetzt hatte, zu einem unfreiwilligen Selbstversuch verholfen. «Vierzehn Stiche habe ich mit dieser Vakuumspritze ausgesogen – einen aber übersehen.» Vierzehnmal blieb nur eine kleine Einstichstelle – an der nicht behandelten Stelle entwickelte sich eine riesige Beule.

Spitzwegerich, Zwiebeln, Seife

Zwiebelsaft und Spitzwegerich, Zitrone und Gurke. Das alles nützt laut unseren Leserinnen und Lesern, um den Schmerz und die Geschwulst nach einem Wespenstich zu lindern. Oder Efeu, Kernseife, ein nasser Zuckerwürfel. Hans-Ulrich Thomas sagt einmal mehr: «Ausprobieren!» Und fügt hinzu: «Nützts nicht, so schadets nicht.» Nicht zu spassen sei aber, wenn sich bei ­einem Ge­stochenen Schwindel oder Atemnot einstellten, warnt der Imker, der einst selbst auf Bienenstiche allergisch war. In diesem Fall gebe es nur noch ein ­Mittel: ­Telefon 144.

Erstellt: 05.08.2015, 23:26 Uhr

Artikel zum Thema

Die Hitze bringt Wespen ins Schwärmen

Die stechfreudigen Insekten halten derzeit die Beratungsstelle für Schädlingsbekämpfung sowie die Allergiestation des Zürcher Unispitals auf Trab. Mehr...

Die Schweiz hat eine eigene Wespe

Eine am Greifensee entdeckte Wespe entpuppt sich als neue Art. Sie trägt jetzt den Namen Polistes helveticus. Mehr...

Wanderung zur gelben Wespe

Outdoor Outdoor Aus dem gegenwärtigen Mittelalter führt ein Dschungel ins Klosterstübli. Diese Woche von Diessenhofen nach Stein am Rhein. Zum Blog

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Paid Post

Dank Hightech sicherer im Schnee unterwegs

Gewinnen Sie mit Bächli Bergsport und Mammut ein Lawinenverschütteten-Suchgerät der neusten Generation.

Kommentare

Die Welt in Bildern

In allen Farben: Die Saint Mary's Kathedrale in Sydney erstrahlt in ihrem Weihnachtskleid. (9. Dezember 2019)
(Bild: Steven Saphore) Mehr...