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Wie lebt der Mensch friedlich?

Der Ethnologe Jürg Helbling erforscht weltweit ­Stammesgesellschaften. Im Zentrum steht die Frage, wie eine Gesellschaft ohne Krieg möglich ist.

Jürg Helbling: «Keiner will den Krieg, und doch ist Krieg rational». Fotos: Doris Fanconi
Jürg Helbling: «Keiner will den Krieg, und doch ist Krieg rational». Fotos: Doris Fanconi

Nur Stämme werden überleben, hiess es in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Jürg Helbling, damals Student in bewegten Zeiten, sattelte von der Ökonomie zur Ethnologie um. Seither weiss er, dass es auch mit dem ­Überleben von Stämmen nicht ganz so einfach ist. Stammesgesellschaften sind meist kriegerisch, Rivalität und bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen Dörfern sind der Normalfall.«Dabei will niemand den Krieg», sagt Helbling, «nicht einmal die Krieger selber, weil sie am besten wissen, wie opferreich er ist.» Rund ein Viertel der Bevölkerung stirbt in Kriegen, von den Kriegern selber gar jeder Dritte, und auch eine grosse Menge wirtschaftlicher Ressourcen wird zerstört.

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