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Blaufahrer muss ins Gefängnis

Achtmal musste ein Bosnier den Führerschein wegen Trunkenheit abgeben. Nun kennen die Oberrichter kein Pardon mehr.

Von Attila Szenogrady Niederhasli – Der heute 38-jährige Bosnier machte schon zum Prozessauftakt einen Fehler. Er grinste wiederholt seinen Anwalt an. Das ärgerte den Gerichtsvorsitzenden Reinhold Schätzle, der daraufhin erklärte, dass die Verhandlung keine Lachnummer, sondern eine ernste Angelegenheit sei. Seit der heute arbeitslose Familienvater vor 20 Jahren in die Schweiz eingewandert war, wurde ihm bereits achtmal der Führerausweis entzogen, infolge Alkohol am Steuer dreimal für unbestimmte Zeit – letztmals im Mai 2008. Trotzdem fuhr der Mann aus Nieder-hasli mit seinem Auto herum. Ehefrau musste lügen Auch am 4. August 2009, als er am Morgen mit mindestens 1,28 Promille Alkohol im Blut durch Rümlang fuhr, auf der Glattalstrasse in einen Inselschutzpfosten krachte und diesen 100 Meter weit mitschleifte. Dann flüchtete er und forderte zu Hause seine Frau auf, sich vor der Polizei als Schuldige zu bezeichnen. Dies tat diese auch, aber schon bald flog sie als Lügnerin auf. Nur wenige Monate später, im Februar 2010, wurde der Bosnier in Zürich erneut von der Polizei hinter dem Lenkrad erwischt – mit 2,47 Promille Alkohol im Blut. Das Bezirksgericht Dielsdorf verurteilte den Mann im September vergangenen Jahres wegen Anstiftung seiner Frau zur Irreführung der Rechtspflege, mehrfachen Fahrens im fahrunfähigen Zustand, versuchter Vereitelung sowie mehrfachen Fahrens ohne Führerausweis zu einer unbedingten Freiheitsstrafe von zwölf Monaten. Zudem widerrief das Gericht eine bedingte Vorstrafe von sechs Monaten. Während des Strafvollzugs sollte sich der Alkoholiker einer Entzugstherapie unterziehen.Die Verteidigung legte Berufung ein und verlangte einen Teilfreispruch vom Vorwurf der Anstiftung zur Irreführung und eine Strafsenkung auf acht Monate. Zudem sollte der Strafvollzug zugunsten der ambulanten Therapie aufgeschoben werden. Ohne Erfolg: Das Obergericht bestätigte das Dielsdorfer Urteil und befand, der Angeklagte habe zu viel auf dem Kerbholz, um ihm entgegenzukommen. Der Verteidiger kündigte noch im Gerichtsaal an, den Fall ans Bundesgericht zu ziehen.

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