2430 Franken Busse für Winterthurer Velofahrer

27-mal hat der Mann ein Rotlicht überfahren und dabei den Stinkefinger in die Kamera gestreckt. Gefasst wurde er auch dank einer Portion Glück.

Die Kreuzung an der Schaffhauserstrasse in Winterthur, die der Velofahrer immer wieder bei Rot überfuhr.

Die Kreuzung an der Schaffhauserstrasse in Winterthur, die der Velofahrer immer wieder bei Rot überfuhr.

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Am Donnerstag hat die Stadtpolizei Winterthur einen Velofahrer überführt, der innerhalb zweier Jahre über zwei Dutzend Mal ein Rotlicht an der Schaffhauserstrasse überfuhr und dabei gerne den Stinkefinger in Richtung des dort fix montierten Blitzautomaten streckte.

Seit Ende 2017 sei ihnen der Velofahrer aufgefallen, schreibt Stapo-Sprecher Michael Wirz, wie er absichtlich die automatische Kamera auslöste. «Mit polizeilichem Spürsinn und Geschick gelang es nun, den Velofahrer zu identifizieren.» Wie das genau gelang, will Wirz nicht verraten, analysiert habe man aber die Kleidung des Mannes, den Fahrrad-Typ und den Zeitpunkt der Übertretungen. «Auch eine Portion Glück hat zur Ergreifung des Mannes geführt.»

Stinkefinger als Protest gegen Automaten

Der 53-jährige Schweizer ist geständig. Er habe mit der Geste niemanden persönlich beleidigen wollen, sagte er bei der Einvernahme. Vielmehr demonstriere er mit dem Stinkefinger ganz generell gegen diese Form automatisierter Kontrollen.

Der breite Fächer an Bussenzetteln, den die Stadtpolizei überreichte. Foto: Stapo Winterthur

Die Polizei übergab dem Mann ein Bündel von 27 Ordnungsbussen in der Höhe von je 90 Franken. Jeweils 60 Franken für das Überfahren des Rotlichts und 30 Franken, weil der Mann auf der Strasse statt auf dem markierten Radstreifen über die Kreuzung flitzte.

Der Velofahrer hat nun 30 Tage Zeit, die Bussen zu akzeptieren und die insgesamt 2430 Franken einzuzahlen. «Damit wäre die Sache dann erledigt, ansonsten würde ein ordentliches Verfahren eingeleitet», so Wirz.

Erstellt: 24.01.2020, 13:31 Uhr

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