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Breitlen wird ein grosser Brocken

Das Hombrechtiker Alterszentrum Breitlen soll für über 40 Millionen Franken ausgebaut und erneuert werden. Es ist das teuerste Projekt in der Geschichte der Gemeinde.

Von Lucien Scherrer Hombrechtikon – Altersheime altern schnell: Kaum haben sie 30 oder 40 Jahre auf dem Buckel, gelten sie als hoffnungslos veraltet. Ein Problem, das an der Goldküste fast alle Gemeinden beschäftigt. Hunderte Millionen Franken sollen in den nächsten Jahren in die Modernisierung von Alters- und Pflegeheimen gesteckt werden. Allein in Küsnacht wird der Neubau der Tägerhalde über 60 Millionen verschlingen. Auch im weniger betuchten Hombrechtikon stehen gewaltige Investitionen an, denn der Gemeinderat hält das über 30-jährige Alterszentrum Breitlen für «dringend sanierungsbedürftig». 43 Millionen soll die Sanierung nach ersten Berechnungen kosten. Womit das grösste Geschäft ansteht, das die Gemeinde je getätigt hat – seit sie anno 1194 als «Hunbrestinchon» erstmals urkundlich erwähnt wurde. Selbst die bisher grösste Investition, der Ausbau der Kläranlage Seewis im Jahr 2006, nimmt sich mit knapp 20 Millionen Franken bescheiden aus. Entsprechend behutsam will der Gemeinderat die Sache angehen. «Wir wollen früh mit der Bevölkerung in den Dialog treten», sagte Gemeindepräsident Max Baur (FDP) am Dienstagabend an einer Informationsveranstaltung im Gemeindesaal. Tatsächlich gilt es in zwei Wochen erstmals ernst: Am 23. März entscheidet die Gemeindeversammlung über einen Kredit von 330 000 Franken für einen Studienauftrag. Das Geld soll für einen Wettbewerb eingesetzt werden, der öffentlich ausgeschrieben wird. Fünf bis sieben Architektenteams sollen in die engere Auswahl gezogen werden und ihre Vorschläge einreichen. Wer bezahlt, ist noch offen Die Vorgaben sind klar: Neben einem neuen Pflegetrakt für 70 Betten soll eine neue Alterssiedlung mit rund 40 Wohnungen entworfen werden. Gleichzeitig gilt es logistische Probleme zu lösen, denn alle Dienstleistungen sollen aufrechterhalten bleiben. Auch die Bewohner der bestehenden Alterssiedlung aus den 70er-Jahren werden nicht ausziehen müssen: Der Neubau wird parallel errichtet, wobei noch unklar ist, was am Ende mit den alten Wohnungen geschehen soll. Laut Ponato ist sowohl eine Sanierung als auch ein Abbruch möglich. Hinter der Finanzierung der neuen Breitlen steht derzeit noch ein Fragezeichen. Denn erst wenn der Studienauftrag vorliegt, soll über einen allfälligen Beizug privater Investoren – etwa für die 15 Millionen Franken teuren Alterswohnungen – entschieden werden. Das liebe Geld sorgte im Publikum denn auch für kritische Fragen. Zum Beispiel, ob die Betten angesichts der hohen Baukosten überhaupt noch bezahlbar blieben für Otto Normalrentner. «Die Wohnungen in der Alterssiedlung werden sicher teurer», sagte Max Baur dazu, «aber sie werden auch mehr bieten und bezahlbar sein.» Wird 2016 bereits eröffnet? Ein anderer Votant zeigte sich über den «happigen Betrag» für den Studienauftrag befremdet – die 330 000 Franken erinnerten ihn eher an einen Projektierungskredit. Max Baur sah das anders: Der grösste Teil des Geldes werde als gesetzliche Entschädigung für die Architekturbüros gebraucht, die nicht in die Kränze kämen. Den Vergleich mit einem Projektierungskredit bezeichnete Baur als realitätsfern: «Bei einem derartigen Vorhaben ist nicht mit 330 000, sondern mit drei bis vier Millionen Franken zu rechnen.» Über jenen Projektierungskredit würde die Gemeindeversammlung Anfang 2012 abstimmen und 2013 über den Baukredit. 2016 wäre die Breitlen dann bezugsbereit. Das Idyll der Ziegen könnte schon bald von Baulärm gestört werden – wenn auf dem Areal des Alterszentrums Breitlen die Bagger auffahren.Bild: Reto Schneider

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