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Brüttiseller Blackout: Krisenstab war bereit für Morgen ohne Strom

In der Zürcher Gemeinde fiel es am frühen Donnerstagabend der Strom aus. Weil danach einiges schief ging, bereitete sich die Gemeinde auf den Ausnahmezustand vor.

sch/sep/roy
In Brüttisellen ZH ist am Donnerstagabend der Strom ausgefallen. (Video: Tamedia)

«Geisterstadt Brüttisellen, seit Stunden kein Strom», «alles dunkel bis zum Horizont» oder «wir sitzen im Dunklen» – so beschrieben Leser-Reporter von «20 Minuten» aus Brüttisellen am gestrigen Donnerstagabend die Lage. Von 17.40 Uhr an mussten zahlreiche Anwohner ohne Strom ausharren – und sich in Geduld üben: Mindestens neun Stunden dauerte der Stromausfall. Gegen 3 Uhr in der Früh wurde die Stromversorgung schrittweise wieder hochgefahren, wie die Zürcher Kantonspolizei mitteilte.

Die Ursache ist derzeit noch unklar. Als der Polizei gemeldet wurde, dass es in Brüttisellen keinen Strom mehr gebe, machte ein langjähriger Mitarbeiter der Energiewerke Wangen-Brüttisellen eine Kontrolle in der Trafostation Talacher. Wie der Leiter des Energiewerkes, Christoph Metzger, gestern sagte, kam es beim Versuch, die Stromversorgung wieder hoch zu fahren zu einer Explosion, worauf in dem Gebäude ein Feuer ausbrach.

Angestellter erlitt einen Schock

Der Angestellte erlitt laut Angaben der Polizei einen Schock. Er konnte das Gebäude aber selbstständig verlassen und wurde zur Kontrolle in ein Spital gebracht. Dieses konnte er im Verlaufe der Nacht wieder verlassen, und er ist laut Metzger wieder wohlauf. Die Feuerwehr brachte den Brand rasch unter Kontrolle. An der Trafostation ist allerdings laut einer Polizeisprecherin grosser Sachschaden entstanden.

Anschliessend wurde versucht, die Stromversorgung über die Noteinspeisestelle wieder herzustellen. Doch laut Metzger gelang dies ebenfalls nicht, weil der Schalter für die Umstellung defekt war. So mussten am Abend des Berchtoldstages Spezialisten von ABB aufgeboten werden, welche die Verbindung in aufwändiger Arbeit herstellten.

Die Gemeinde wäre am Freitag bereit gewesen, die Bevölkerung an Ständen und mit Flugblättern zu informieren.

Da nicht absehbar war, wann dies gelingen würde, wurde der Krisenstab der Gemeinde aufgeboten. Laut Metzger wäre man am Freitag bereit gewesen, die Bevölkerung an Ständen und mit Flugblättern zu informieren. Dies war am Ende nicht nötig, da es den Spezialisten gelang, die Versorgung über die Noteinspeisestelle schrittweise wieder hochzufahren. Gemäss Sicherheitsvorsteher Martin Kull konnte um 3.20 Uhr das letzte Quartier wieder mit Strom beliefert werden.

Die Bäckerei hatte Glück

Polizeibeamte patrouillierten die Nacht über im betroffenen Gebiet. Für Bewohner wurde eine Hotline eingerichtet. Diese sei in der Nacht rege genutzt worden, sagt Christoph Metzger. Er rechnet damit, dass insbesondere bei Gewerbebetrieben, die in der Nacht produzieren, Schäden entstanden sein könnten.

Glimpflich davon gekommen ist die Bäckerei Hotz in Brüttisellen. Sie konnte am Morgen trotz Stromausfall frisches Brot anbieten, da im Hauptgeschäft in Dübendorf gebacken wird, wie Gemeinderat Martin Kull erklärte.

(SDA)

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