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Bülacher Katholiken stehen hinter Italiener-Pfarrer

Die katholische Kirche tagte erstmals im Beisein der Ausländer. Einer wurde als Rechnungsprüfer gewählt. Der Italiener-Pfarrer erhielt Rückendeckung.

Bülach - Der Zulauf an die Kirchgemeindeversammlung der römisch-katholischen Kirche war am Mittwochabend gross. Statt der üblichen 50 waren 108 Stimmberechtigte gekommen. Dafür gab es zwei Gründe: Erstens der Italiener-Pfarrer, der in den Medien wegen seiner Vergangenheit für Schlagzeilen sorgte, und zweitens die Tatsache, dass neu auch die ausländischen Kirchenglieder stimmberechtigt sind. Die katholische Kirche der Gemeinden Bachenbülach, Bülach, Hochfelden, Höri und Winkel zählt 6653 Stimmberechtigte. Davon sind 2075 ausländischer Herkunft. Erstmals kandidierte auch ein Ausländer: Der Italiener Carmelo Vergallo aus Bachenbülach wurde zum Präsidenten der Rechnungsprüfungskommission (RPK) gewählt.

Zum Nachfolger von Robert Ernst, der nach zehn Jahren das Präsidium der Kirchenpflege abgab, wurde Ruedi Jäger (Bachenbülach) erkoren. Neu in der Kirchenpflege sitzen Michael Degkwitz (Bülach) und Michael Schwitter (Hochfelden). Robert Ernst bleibt Präsident des Vereins Italiener-Seelsorge Bülach und Umgebung (Vibu). In dieser Eigenschaft nahm er auch zu den Medienberichten über Don Giuseppe Maron Stellung (siehe TA vom 1. Juni). Dieser wurde in Chur wegen des illegalen Konsums pornografischer Darstellungen von Kindern verurteilt. Ernst wies nochmals daraufhin, dass die Anstellung in Kenntnis der Vorfälle und in Absprache mit dem Generalvikariat erfolgt sei. Dem Pfarrer sei zur Auflage gemacht worden, dass er mit Kindern nur Kontakte im Beisein der Eltern haben darf. Die Kirchenorgane aller Gemeinden seien informiert gewesen, ebenso das Seelsorgeteam.

Im christlichen Geist gehandelt

Weiter habe man die Information nicht streuen wollen, wohl wissend, dass die Medien das Thema aufgreifen könnten. «Wir waren und sind aber sicher, richtig und im christlichem Geist gehandelt zu haben», sagte Ernst. Eine lebenslängliche Ächtung wäre unmenschlich gewesen. Man könne nicht bei jeder Gelegenheit behaupten «. . . wie auch wir vergeben unseren Schuldigern . . .» und dann, wenn es darauf ankomme, den Schuldigen doch bestrafen. Ernst sowie zwei Italienerinnen, die sich zu ihrem Pfarrer bekannten, erhielten Applaus. Eine junge Mutter, deren Tochter beim Italiener-Pfarrer ministriert, beklagte sich jedoch über die fehlende Information und darüber, dass der Pfarrer auf einem Ausflug mit Kindern und Eltern die Kinder ohne erwachsene Begleitpersonen heimchauffierte.

Im Übrigen genehmigte die Kirchgemeindeversammlung die Jahresrechnung 2009 (Überschuss 432 000 Franken) sowie die Planungs- und Baukredite für den Umbau des Pfarrhauses und des Pfarreizentrums.

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