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Christian Lacroix hat keine Arbeit mehr für seine Näherinnen

Das französische Modehaus Christian Lacroix gibt die Haute Couture auf. In den 20 Jahren seines Bestehens häufte es 150 Millionen Euro Schulden an.

Bis zum Ende hoffte Christian Lacroix auf einen «Prinzen» aus der arabischen Welt. Auf eine Lichtgestalt, die seiner Maison, seinem Modehaus, jene Millionen verschaffen würde, deren es zum Überleben bedurft hätte. Doch der Prinz kam nicht. Und von allen Übernahmeangeboten, die eingegangen sein sollen, überzeugte keines.

Nun hat das Pariser Handelsgericht einem Sanierungsplan zugestimmt, der eine Reduktion des Personals von hundert auf zehn Mitarbeiter vorsieht. Sie sollen noch die Lizenzverträge der Firma für Parfums und Accessoires verwalten. Die «kleinen Hände», wie in der französischen Modebranche die Näherinnen genannt werden, braucht es nicht mehr. Das Atelier im VIII. Pariser Arrondissement braucht es nicht mehr. Und so bleiben nur noch vier grosse, international renommierte Namen der Haute Couture übrig in Frankreich: Dior, Givenchy, Chanel und Jean-Paul Gaultier.

Seit jeher unrentabel

Überraschend kommt der Niedergang des Hauses nicht. Lacroix’ Mannequins fehlten schon bei den jüngsten Pariser Modeschauen im Herbst. Im Juni hatte sich die Firma für zahlungsunfähig erklärt. 10 Millionen Euro betrug der Verlust 2008. Addiert man die Negativergebnisse des Unternehmens seit dessen Gründung 1987, resultieren Verluste von 150 Millionen.

Der 58-jährige Südfranzose Lacroix mit der Schwäche für barocke Kleider und Korsette hatte vor der Schaffung seines eigenen Labels für Hermès gearbeitet. In der Folge verkaufte er seine Marke an den Luxuskonzern Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH), der sie vor vier Jahren wiederum an Falic Fashion weiterreichte, eine US-Gruppe im Duty-Free-Geschäft. Rentabel machte sie aber auch dieser letzte Wechsel nicht.

Lacroix schneidert weiter

Christian Lacroix selber braucht sich nicht um seine Zukunft zu sorgen. Seine Künste sind mittlerweile auch in der Industrie gefragt: Er zeichnete unter anderem die Innenausstattung des Hochgeschwindigkeitszugs TGV Méditerranée und die Uniformen für das Personal von Air France.

Dank dem Entscheid des Gerichts, das auch eine Liquidierung des Unternehmens hätte beschliessen können, überlebt wenigstens die Marke - der Name. Lacroix hofft noch immer auf einen Scheich aus dem Morgenland. Er hofft gar noch stärker als zuvor, nun, da das teure Geschäft der Haute Couture stillgelegt ist. Oliver Meiler, Marseille Schlank waren nur die Mannequins: Die Haut Couture verschlang Unmengen von Geld, Lacroix muss Konkurs anmelden. Foto: Reuters

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